25 Jahre SAAB 90 mit Saab Service Gaworski

Ich freue mich immer, wenn Leserberichte in meine Mailbox flattern. Volker berichtet über seine Erfahrung mit Saab Service Gaworski, eine Beziehung,  die schon 25 Jahre anhält.

Im Januar 1990 hatte ich unseren ersten SAAB – ein SAAB 90 – mit einem Kilometerstand von nur 20.000 km bei SAAB Uhlenhorst in Hamburg gekauft. Schon beim Kaufvertrag stellte ich fest, dass das Autohaus SAAB Uhlenhorst als Vertragswerkstatt nicht zu mir passen wird.

Saab 90 © Volker
Saab 90 © Volker

Schon kurze Zeit später bin ich dann zu dem Saabservice GAWORSKI gekommen, mehr zufällig, da ich beruflich in diesem Stadtteil tätig war.

Die ersten Jahre mit dem Saab 90 waren problemlos; die einfachen Wartungsarbeiten an dem Wagen führte ich selber durch und man sah sich alle 2 Jahre zur Hauptuntersuchung und oder zur Abgassonderuntersuchung.  Alles war in Ordnung.

Der freundliche und persönliche Service hatte mich gleich am ersten Tag überzeugt.

Auch hatte ich nie das Gefühl, dass unnötige Arbeiten oder Reparaturen durchgeführt wurden, wenn der Wagen mal in dieser Werkstatt war.

Unseren SAAB 90 nutzten wir gleich als Zugfahrzeug für unseren Reisewohnwagen. 1994 waren wir wieder einmal mit dem Wohnwagen in Italien und ich bemerkte im kalten Betriebszustand Benzingeruch im Wagen. Ich konnte eine kleinere Undichtigkeit an der Benzinpumpe feststellen.

Wir sind dann nach Siena gefahren, wo ein SAAB – Vertragshändler ansässig war. Die Mechaniker empfahlen die Pumpe auszutauschen und nicht mehr mit dem Auto weiter zu fahren. Weil aber der SAAB 90 nie nach Italien ausgeliefert wurde, war in Italien keine Ersatzpumpe zu bekommen. Auf eine Ersatzpumpe sollten wir, einschließlich eines Wochenendes, mehrere Tage warten. Da sich aber unser Urlaub dem Ende zuneigte, blieb keine Zeit mehr dafür.

Noch in der italienischen SAAB-Werkstatt rief ich also meinen SAAB – Meister Manfred Gaworski an, um eine zweite Meinung einzuholen. Ich schilderte Herrn Gaworski zunächst ausführlich die festgestellte Benzinpumpenundichtigkeit und die Warnung der italienischen Mechaniker vor einer Weiterfahrt. Herr Gaworski – der im Übrigen sofort wusste, mit wem er telefonierte – entgegnete, dass es kein Problem sei, die Rückreise nach Deutschland anzutreten; nach seiner Einschätzung bestünde keine Gefahr. Dabei hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, es handele sich um eine vorschnelle Antwort. Ich wusste, auf das Urteil von Herrn Gaworski konnte ich mich verlassen. Überflüssig zu erwähnen, dass wir die Rückfahrt nach Deutschland tatsächlich ohne weitere Probleme gemeistert haben. In Hamburg angekommen lag die neue Benzinpumpe bereits in der Werksatt parat und wurde ohne größere Umstände sofort eingebaut.

In jener Zeit stand bei GAWORSKI einer der letzten 900er als Neuwagen (ein 900 i 16 V MY 92 in Talladega rot) auf dem Betriebsgelände. Ich war fest entschlossen meinen SAAB 90 gegen den 900er einzutauschen. Als ich Herrn M. Gaworski meine Absicht miteilte, sagte er zu mir, das ich doch meinen SAAB 90 besser behalten sollte, weil der 90er bei normaler Pflege ohne weiteres 20 Jahre und länger halten würde.

Diese Empfehlung hat mich dann dazu gebracht auszuprobieren, wie lange ein SAAB 90 hält.

Die Jahre vergingen wie im Fluge, und 2005 war mein SAAB 90 dann schon 20 Jahre alt, sah aber immer noch aus wie ein Jahreswagen.

Am 24.05.2005 musste ich meinen persönlichen Supergau erfahren:

Im Hamburger Feierabendverkehr hat mich ein LKW – Sattelauflieger beim Spurwechsel links getroffen und weggerammt. Ich drehte mich um 360° und traf mit der rechten Seitenwand auch noch einen VW Golf II. Beide Seitenwände waren stark deformiert.
Nachdem die Polizei den Unfall aufgenommen hatte rief ich gleich bei Firma Gaworski an und teilte ihnen mit was mir passiert ist. Das Auto war stark beschädigt aber noch immer fahrbereit. Die Werkstatt hatte schon längst Feierabend, aber die Seniorchefin versicherte mir, dass sie so lange im Geschäft blieben bis ich eintreffen würde.

Ich quälte mich also durch den Feierabendverkehr zu den Gaworski´s. Dort angekommen wurde ich herzlich in Empfang genommen. Weil ich aber vom Unfall noch immer sehr aufgewühlt war, haben wir uns nur noch kurz ausgetauscht. Ich ließ mich von Manfred Gaworski zur nächsten S – Bahn bringen und fuhr nach Hause.

In den darauf folgenden Tagen lief ich zur Höchstform auf. Ich nahm mir einen Rechtsanwalt und Manfred Gaworski empfahl mir den KFZ- Sachverständigen Marcel Christian Klemmer. Der Sachverständige ermittelte Reparaturkosten von
8.000,- EURO inkl. Mwst..

Weil sich der Wagen laut Sachverständigengutachten vor Schadeneintritt in einem überdurchschnittlich guten Zustand befand, wurde ein Wiederbeschaffungswert von 3.600.- EURO ohne Mwst. ermittelt. Mit dem Nutzungsausfall und dem Wiederbeschaffungswert habe ich schließlich von der gegnerischen Versicherung ca. 4.800.- EURO bekommen.

Wir hatten zwar nie darüber gesprochen aber Manfred Gaworski wusste immer, das ich diesen Wagen wieder aufbauen lassen wollte. Die erforderlichen Ersatzteile habe ich selber in Schweden beschafft, da diese auf dem deutschen Markt nicht mehr verfügbar waren. Um die Kosten gering zu halten habe ich die gesamte Innenausstattung selber aus- und wieder eingebaut.
In dieser Zeit war Firma Gaworski nicht nur meine SAAB – Werkstatt, sondern manchmal auch mein Therapeut. Nach ca. 3 Monaten konnte ich den Wagen dem Sachverständigen M.C. Klemmer für ein Abschlussgutachten vorführen.
Er bescheinigte, dass das Auto sach- und fachgerecht instandgesetzt wurde.

Im Jahr 2011 hat übrigens unser Sohn Jan-Hendrik ein 3-wöchiges Schülerpraktium bei Firma Gaworski absolviert. In dieser Zeit konnte er feststellen wie sauber und souverän die Gesellen von Meister Gaworski arbeiten. Nach jeder Reparatur werden die Fahrzeuge von M. Gaworski Probe gefahren.
Bei einer dieser Probefahrten mit einem alten 900 Turbo S ist unser Sohn schließlich gänzlich mit dem SAAB – Virus infiziert worden.

In fast 25 Jahren haben meine Frau und ich mit dem SAAB 90 viel erlebt und konnten sehr schöne Urlaube mit diesem Auto „erfahren“. Der SAAB 90 war auch im September 1990 unser Hochzeitsauto. Unsere Kinder haben als Säuglinge 1996 und 1999 ihre allererste Autofahrt im SAAB 90 gemacht und sind mit diesem Auto groß geworden.

Nächstes Jahr im Januar 2015 haben wir diesen Wagen 25 Jahre.

Ich bin mir ganz sicher, ohne Firma Gaworski wäre dieses Auto nicht mehr auf der Strasse.

9 Gedanken zu „25 Jahre SAAB 90 mit Saab Service Gaworski

  • 13. November 2014 um 10:52 AM
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    Eine wunderbare norddeutsche orginale SAAB-Story, wie sie eigentlich nur aus dem Land von Astrid Lindgren kommen kann… 🙂 Herrlich! Weiterhin viel Freude mit dem SAAB!

  • 13. November 2014 um 10:58 AM
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    Klasse Story, das ist wirklicher SAAB Spirit wie man ihn immer wieder im Norden findet!

  • 13. November 2014 um 11:15 AM
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    SAAB ist das was uns bewegt…..

    ….und nicht nur auf der Straße!

    Gruß aus dem nebeligen Oldenburg

    André

  • 13. November 2014 um 12:58 PM
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    Wenn das kein SAAB-Spirit ist 🙂 ! Tolle Story!!

  • 13. November 2014 um 3:00 PM
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    Wie schon oft hier festgestellt, ein SAAB ist auch ein Familienmitglied, den lässt man nicht im Stich. Dazu gehören aber auch solche Betriebe mit dem Herz an der richtigen Stelle.
    Tolle Geschichte!

    • 13. November 2014 um 5:42 PM
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      Wie beim Mann namens OVE.
      Alle die was anderes fahren, sind verdächtig.
      Vor allem die, mit den welligen Scheinwerfern.
      Das Buch war der Tip des Jahres !!!
      Eine Pflichtlektüre für jeden aufrechten SAAB – Fahrer.

  • 13. November 2014 um 3:19 PM
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    Ein SAAB ist eines der sichersten Autos auf der Welt, langlebig, mit wenigen Modellausnahmen mit den besten Sitzen ausgestattet und dadurch auch auf langen Strecken gut zu fahren. Ich weiss wovon ich rede, ich habe jetzt meinen zweiten 900er und dazwischen auch mal Volvo gefahren. Beide Marken aus dem Land der Elche und kein Vergleich zu anderen Marken, ob aus Japan oder Deutschland….Ach wenn es noch mehr so Firmen gäbe, die noch immer mit Herzblut an alten Saabs wie einem 90er arbeiten…

  • 13. November 2014 um 9:19 PM
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    Moin,

    klasse Geschichte,
    die Positiven Erfahrungen mit Fa. Gaworski kann ich
    so unterschreiben.
    Man fühlt sich immer gut aufgehoben in der kleinen
    Familijähren Werkstatt…

    Grüße aus dem Norden

  • 21. November 2014 um 2:43 PM
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    Schönes Auto. Enorm skandinavisch.

    Besonders mit den ortsüblichen Zusatzscheinwerfern – die Nordschweden schrauben ja gerne viele davon ran – würde man den eher in S als in D vermuten …

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