Saabs sista strid

Sista Striden - neues Saab Buch
Sista Striden – neues Saab Buch

In Schweden macht man sich – drei Jahre nach dem Ende der Saab Automobile AB – an die Aufarbeitung der Saab Geschichte. Sicher nicht zufällig ist jetzt, mitten in der Endphase des Wahlkampfs, ein neues Saab Buch erschienen.

Der Fernsehjournalist Jens B. Nordström beleuchtet in „Saabs sista strid“, was man frei mit „Saabs letzter Kampf“ übersetzen könnte, die Victor Muller Ära.

Er schreibt, so steht es in der Zusammenfassung, über zerbrochenen Träume, ökonomischen Wahnsinn, und den größten Konkurs der jüngeren schwedischen Geschichte. Saab bezeichnet er als Kronjuwel der schwedischen Industrie, Muller hingegen kommt nicht ganz so gut weg. Beim Niederländer beleuchtet er die „dunklen Seiten“, die Verluste bei Spyker und die oft etwas fragwürdigen Weggefährten.

Dazu muss man wissen, dass der Autor bereits 2011 unter dem Titel „Circus Muller“ ein Buch über den ehemaligen Saab CEO geschrieben hatte. Das Buch, immerhin 320 Seiten stark, beginnt mit den Studententagen, Mullers Playboy Zeit, und führt über die Spyker Gründung bis hin zu Saab. Erste jetzt bekannt gewordene Details aus dem vor einigen Tagen erschienenen Saab Buch scheinen pikant zu sein, und werfen ein neues Licht auf die schwedische Politik.

Finanzminister Anders Borg wird bezichtigt, den Saab Konkurs hinausgezögert zu haben. Mit der Produktionseinstellung im Frühjahr 2011 hätte die EIB den an Saab ausgezahlten Kredit fällig stellen müssen. Borg soll dies verhindert haben, indem er einen Brief an die Bank schrieb und um Aufschub bat. Die EIB kam der Bitte nach, die Saab Automobile AB ging erst 9 Monate später in Konkurs.

Vom Finanzminister, dem mitten im Wahlkampf diese Enthüllungen nicht gefallen werden, gab es heute keine Stellungnahme. Aber es lässt die schwedische Politik, bislang als passiv in der Causa Saab eingeordnet, in einer aktiveren Rolle als vermutet erscheinen. Die Diskussion um die Ereignisse des Jahres 2011 – sie haben jetzt erst in Schweden begonnen…mehr Enthüllungen könnten folgen.

Das neue Saab Buch ist leider nur in schwedischer Sprache erschienen und seit einigen Tage lieferbar.

Text: tom@saabblog.net

5 Gedanken zu „Saabs sista strid

  • 26. August 2014 um 10:46 PM
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    Ein wahrer Wirtschaftskrimi. Das Buch beleuchtet auch die geheimen Geldgeber hinter Lucky Vic. Demnach soll Antonov von Anfang an beteiligt gewesen sein. Offiziell wurde ja 2010 sein Ausstieg propagiert. Lt. Buchautor Nordstroem soll Antonov jedoch bis zum Komkurs an Bord gewesen sein und hinter den Schein-Investmentgesellschaften Taurus und Gemini gesteckt haben. Anscheinend kein Problem für GM aber wohl eines in den höchsten politischen Kreisen in Schweden.

    • 26. August 2014 um 11:12 PM
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      Das würde auch erklären, wie es dazu kam, dass Vic nicht an BIAC verkauft hat. Antonov wollte weiterzocken …

      • 26. August 2014 um 11:47 PM
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        Und wenn man dann noch über den Hintergrund von Antonov weiß, vielleicht war’s gar nicht Herr Müller,der über den nicht Verkauf von SAAB an BAIC die Entscheidung traf. Auf jeden Fall finde ich das Ganze eine dunkle Angelegenheit und glaube nicht, nach dem was man hier liest, dass wir jemals die ganze Wahrheit über das Geschene erfahren werden.

  • 27. August 2014 um 9:28 AM
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    Ob die Löhne schon ausbezahlt sind ? Was gibt es denn für Kit überhaupt ? Fahrwerk ? Motor ? Korrosion ? Türen ? Hat da jemand eine Ahnung ? Ich denke ich mach mall einen Plan, wie ich meinen SAAB 9-3 Kombi fit kriege für den Fall dass ich auch meinen neuen SAAB länger warten muss als ein DDR Bürger einst auf seinen Trabbi … ein Trauerspiel !

    • 27. August 2014 um 11:01 AM
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      Aus Schweden gibt es kein Update zum Thema Löhne/Gehälter. Die Gewerkschaften warten auf Informationen, still ruht der See. Ruhig bleiben, abwarten, Tee drinken. Oder so.

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