Ford, Renault und Alfa Romeo in Genf

Zum Abschluss unserer virtuellen Messetour geht es um zwei Traumwagen zum halbwegs erfüllbaren Preis und um ein erfrischendes  Kleinwagenkonzept aus Frankreich. Ford zeigt uns in Genf den neuen, noch schärferen Mustang, passend zum 50 jährigen Jubiläum des Urmodells.

Ford Mustang in Genf © 2014 saabblog.net
Ford Mustang in Genf © 2014 saabblog.net

Und irgendwie hat man endlich das Flehen der Fans erhört. Der neue Mustang wird, erstmals seit langer Zeit, nicht über freie Importeure, sondern ganz offiziell beim Ford Händler um die Ecke zu haben sein. Den Mustang wird es als Coupe und als Cabriolet geben. Für Europa soll ein aufgeladener Vierzylinder mit 2.3 Litern Hubraum und 309 PS unter der Haube arbeiten. Ob es der brabbelnde 5 Liter V8, der einzigste Motor für den wahren Fan, auch in die offiziellen Preislisten schaffen wird, das wage ich zu bezweifeln.

So oder so, der Mustang sieht scharf aus und ist einer der Hingucker von Genf.

Alfa 4C Spider

Ach Alfa! Im Messekatalog wird er als 4C Targa angekündigt, die Namensgebung war ebenso vorläufig wie das Bild im Katalog. Da Alfa nicht liefern konnte, wurde der normale 4C gezeigt, mit dem Hinweis für den Leser, dass man eben seine Fantasie bemühen solle.

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Das sagt viel über den Zustand der Marke, vermutlich wird der 4C auf den traditionsreichen Namen Spider hören. Denn der Name Targa ist bereits von Porsche besetzt. Alfa Romeo stirbt seit Jahren in Schönheit, was traurig ist. Alfa 4C und 4C Spider sind wunderschöne Autos, sie werden bei Maserati gebaut und in kleinen Dosierungen unters Fan-Volk gebracht…was kaum reichen wird, um die Marke zu revitalisieren.

Das groß angekündigte Comeback wird regelmäßig an- und abgesagt, es ist ein Drama ohne Ende. Fiat lässt eine der legendärsten Marken der Welt einfach verdorren. Der 4C Spider oder Targa, wie auch immer der Name sein wird, ist  eines der attraktivsten Autos von Genf.

Der Kleine mit dem Heckmotor

Kleinwagen klingen nach Vernunft, weniger nach Spaß und bewegen sich im Normalfall unter meiner Wahrnehmungsgrenze. Es gibt aber Ausnahmen. Ein belebendes Kleinwagenkonzept kommt aus Frankreich. Der neue Twingo kommt mit Heckmotor und Heckantrieb. Nicht schlecht für einen Kleinwagen. Aber das Konzept ist keine französische Idee, sondern der Kooperation mit Smart geschuldet. Der neue Smart Viertürer wird die gleiche Plattform verwenden. Der Twingo, in der Erstausgabe eine Designrevolution, in der zweiten Auflage beliebig, bekommt in der dritten Generation dadurch ein neues, schärferes Profil.

Der Heckmotor verspricht uns ein Handling wie beim Kart, dazu viel Raumangebot auf kleinster Fläche und einen kleinen Wendekreis. Moderne Assistenzsysteme nehmen dem Fahrzeug mit Motor im Kofferraum den Schrecken der Vergangenheit.

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Der neue Twingo wird damit eine pfiffige Alternative für die Stadt, ein Spassbringer für die Landstrasse.  Und ein Beweis, dass Fahrspass nicht zwangsläufig an ein großes Budget gekoppelt sein muss.

Als heiße Gordini-Version hätte der Heckmotor-Twingo richtiges Fanpotential und wäre damit der wahre Nachfolger des legendären, heckgetriebenen R8 Gordini aus den 60er Jahren. Hallo Renault, ja bitte, bringt der Welt doch einen Gordini zurück, der den Namen verdient !

Genf hat uns  Spaß gemacht, auch wenn wenig Wegweisendes dabei war. Die Geschäfte der Hersteller laufen gut, zumindest die der Deutschen. Da besteht wenig Lust, sich mit revolutionären Konzepten die Finger zu verbrennen. Wenn wir einen Wunsch frei hätten, dann wünschen wir uns im nächsten Jahr einen Saab Messestand. Denn wir planen auch 2015 wieder dabei zu sein, wenn Genf ruft!

Text: tom@saabblog.net

Bilder: mark & yves für saabblog.net

 

5 Gedanken zu „Ford, Renault und Alfa Romeo in Genf

  • 15. März 2014 um 12:13 PM
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    Ich freue mich wahnsinnig auf den neuen Ford Mustang. Auch wenn ich ihn mir sicherlich nicht kaufen werde (die Familienkutsche geht vor) ist er doch ein würdiger 50-Jahre-Nachfolger für den Ur-Mustang. Denn vom Design ist Ford endlich wieder ein paar Schritte zurück gegangen und hat den Mustang nicht mehr so protzig gestaltet. Alle neuen Modelle waren für mich wie der Nachfolger für den 69-71er Mustang. Dick, muskulös und auf dicke Hose machend. Das ist ja aber garnicht das ursprüngliche Ziel vom Mustang gewesen.

    Das 2014/2015er Modell ist wieder schlanker geworden. Er verbindet also das Design des Ur-Mustangs mit modernen (teils sogar SciFi-mäßigen) Designelementen. Und ähnlich geht Ford scheinbar bei der Technik vor. So ein V8 mag zwar schön und gut sein, aber für einen echten Mustang-Fan (ich zähle mich dazu) ist das keine Pflicht. Klar sind die V8 und die Boss/Shelby/…-Modelle genial. Aber ein Mustang ist für mich auch mit der Basis-Motorisierung begehrenswert. Und hier verbindet Ford scheinbar wieder Retro mit Moderne – man nimmt einen 2.3l Motor – wie er hubraummäßig schonmal im Mustang zu haben war und auch im Ford Escort Cosworth / Mercury in den USA seine Verwendung fand – und entwickelt den Motor nach modernen Gegebenheiten (bspw. Aufladung) und erhält so einen Motor, der sicherlich granatenstark wird. Ich gehe zudem davon aus, dass Ford auch mit Soundaktuatoren arbeiten wird, so dass der R4-Motor sich wohl nur unwesentlich von einem V6 oder V8 unterscheiden wird.

    Achso und auf die 426PS vom V8 kommt man auch noch ganz leicht – Geiger Cars wirds wohl zeigen.

    Zum neuen Twingo kann ich sagen “Hut ab Renault”. Der neue Twingo ist der mit Abstand styliste Twingo oder gar Auto (abgesehen vom aktuellen Laguna Coupe), was Renaul jemals gebaut hat. Und fast schon einen Kniefall verdienen die Renault-Leute für das Interieur. Wer auch immer das Entschieden hat, hat es endlich etwas gutaussehendes gewählt. Die früheren Cockpits waren ja immer ein Grauen. Toll wäre es, wenn es eine Design-Linie geben wird, die sich an der TwinRun-Studie anlehen würde. Denn hier kann man sicherlich den einen oder anderen sportlich-modernen Kunden mit ködern – auch wenn man auf den 320Ps starken 3,5l V6 aus der Studie verzichten muss.

    Und Alfa Romeo? Ja die zeigen ein Cabrio des 4C – Wahnsinn. Die sollten lieber ihre Giulietta um eine Kombivariante erweitern und ihre Giulia dem Weltpublikum vorstellen, anstatt irgend so einen Kleinsportwagen um ein Cabrio zu erweitern.

  • 16. März 2014 um 4:31 PM
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    Zurück in die Zukunft?
    Optisch ist der neue Twingo ja gut gelungen, aber durch die Kooperation mit Smart setzt man ja nun auf Heckmotor. Nachdem Smart die nächste Zeitbombe auf Rädern.
    Zwar dürfte der Wagen durch den langen Radstand etwas besser fahrbar sein als der kleine Smart, aber solche Autos sind ein Sicherheitsrisiko und gehören nicht auf die Straße. Zumal sie wohl hauptsächlich von Menschen gefahren werden, die sich weniger mit dem Fahrverhalten ihres Mobils auseinandersetzen. Was in kundiger Hand gut ist, kann bei einem Fahranfänger zur Katastrophe werden.

    Wenn ich hier in der Gegend von “Smart-Town” die vielen Alleinunfälle anschaue, die mit den Smart so passieren dann gruselt mich vor der Zukunft. Dabei erfährt die Öffentlichkeit nur von den tödlichen Unfällen und hier sind die Zahlen von Smart höher wie die von allen anderen zusammen!

    Ein Fahrwerk dass nur mit Hilfe von Elektronik auf der Straße zu halten ist gehört nicht in den öffentlichen Verkehr.

    • 16. März 2014 um 6:25 PM
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      Ich glaube nicht, dass der Smart Fortwo direkt mit dem Twingo zu vergleichen ist. Und was ist jetzt an einem Heckmotor das Problem? Wenn die Argumentation auf Heckantrieb hinaufliefe könnte ich das ja noch verstehen, wobei dank der elektronischen Helferlein auch hier keine Probleme mehr bestehend sollten. Aber das mit dem Heckantrieb versteh ich nicht.

      Ich finde es schon etwas übertrieben den Twingo als mobile Zeitbombe zu bezeichnen.

      • 17. März 2014 um 2:35 AM
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        Das Problem heißt Physik. Die Kiste hat etwa 2,5m Radstand und ist 1,47 m hoch mit unterflur Heckmotor. Da liegt der Schwerpunkt verdammt hoch. Trotz der elektronischen Helferlein fliegt der Smart z. B. unverhältnismäßig häufig ab. Umso schlechter die Ausgangsbedingung, umso mehr Arbeit haben die Helferlein, die Physik bleibt nämlich gleich. Der Twingo beginnt bei 75 PS und in Genf standen Motoren mit über 150 PS, das ist Wahnsinn. Denn solche Kleinwagen fahren selten Leute die ein Auto beherrschen können.

        Ich habe eine Bekannte bei der Zeitung, die wird immer gerufen wenn spektakuläre Unfälle passieren. Wenn Alleinunfälle passieren und niemand weiß warum die Kiste den Abflug gemacht hat, ist es zu weit mehr als 50% ein Smart. Auch Elektronik kann die Physik nicht ausheben.

    • 16. März 2014 um 6:47 PM
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      Detlef, ich gebe Dir völlig recht, heute wird jede fehlkonstruierte Gurke mit “unverzichtbaren” Assistenzsystemen wieder gradegebogen.
      Der Twingo erinnert mich neben Smart auch an den Käfer, der kam zwar im Winter überall durch, aber manche Kurve wurde zum Erlebnis.
      Diese Erfahrung hat aber nicht jeder hier gemacht…. 🙂

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