SAAB 9-3 Aero 2014 Probefahrt

Wir haben lange darauf gewartet ! Fast drei Jahre ist es her, dass wir irgendwo einen Artikel über die Probefahrt mit einem neuen Saab lesen durften.

SAAB 9-3 Aero 2014 © 2014 saabblog.net
SAAB 9-3 Aero 2014 © 2014 saabblog.net

Das schwedische Automagazin Vi Bilägare hat bereits den neuen Saab 9-3 Aero zur Probe gefahren. Auszüge des vermutlich ersten Tests sind jetzt im Internet abrufbar. Ich denke, uns gefällt schon der Einleitungssatz:  „Saab 9-3 är fortfarande en bra bil…“ “ der Saab 9-3 ist immer noch ein gutes Auto…“

Der Journalist Calle Carlquist, unterwegs im ersten Produkt, das unter NEVS Regie hergestellt wurde, findet, dass der 9-3 – in seinen Grundzügen 2002 auf den Markt gekommen –  sich wie ein modernes Auto fährt.

Er war mit der Automatikversion nach Lidköping unterwegs .Die sportlich – komfortable Abstimmung des 9-3  hält er für gelungen. Die große Neuheit, ausser den Modifikationen des Fahrwerks, sind aber die Sitze im Innenraum. Sie sehen nicht nur gut aus, sondern bieten jetzt auch Frauen einen besseren Schutz vor einem evtl. Schleudertrauma bei Unfällen.

Die ersten Eindrücke sind absolut positiv. Was fehlt sind die neuesten Assistenzsysteme, wie zum Beispiel eine autonome Bremsfunktion. Aber das Auto fühlt sich keinesfalls so an, dass es reif für die Rente wäre. Wer in Schweden heute einen neuen Saab bestellt, der kann mit einer Lieferung Ende April rechnen.

Mehr zum ersten Saab-Test seit langer Zeit können die Leser von Vi Bilägare in der Printversion ab 11. März lesen. So weit, so positiv,  könnte man sagen. Die Mannschaft von NEVS hat einen guten Job gemacht. Interessant ist die Diskussion, die sich in Schweden um den 9-3 entwickelt. Immer wieder hört man, dass der Preis als zu hoch empfunden wird, und genau so sehen es auch einige Kommentatoren auf Vi Bilägare. Hmm. Sind rund 30.000 € für einen gut ausgestatteten Aero zu viel Geld? Immerhin ist die Basis 12 Jahre alt, und das scheint in den Köpfen möglicher Käufer festgeschrieben.

Der Preis könnte also ein Thema werden, das über den Erfolg entscheiden wird. Das angekündigte Update soll dezent ausfallen und der 9-3 nicht wirklich als neues Auto erkennbar sein. Evolution statt Revolution, die Überarbeitung orientiert sich am 9-3 Griffin. Bleiben die Modifikationen im Innenraum ebenfalls verhalten, und so sieht es aus, dann könnte es bei allen inneren Werten schwierig werden.

Obwohl auch ich der Meinung bin, dass sich der 9-3 nach wie vor hervorragend anfühlt und fährt, und dass bei der Neuauflage die Verfügbarkeit von optional erhältlichen modernen Mulitmediasystemen eine Rolle spielt,  sind es wohl das Preis – Leistungsverhältnis und eine niedrige Leasingrate, was entscheidend sein wird. Stimmen diese Parameter nicht, dann bleibt der 9-3 nur ein Fall für echte Saab Fans.

Text: tom@saabblog.net

Bild: saabblog.net

18 Gedanken zu „SAAB 9-3 Aero 2014 Probefahrt

  • Die Diskussion über den Preis empfinde ich als Witz. Du kriegst ein gutes Auto für gut 10.000 € weniger als vergleichbare Angebote!!!

    Einzige Nachteil, man kann nicht am Steuer simsen oder Whatsup schreiben weil der Wagen nicht alleine bremst bevor man jemand überfährt.

    Weniger ironisch, der 9-3 ist ein grundsolides Auto, der hat keine moderne elektronische Assistenzsysteme, und wird auch nicht welche bekommen, aber jeder sollte wissen in wie fern man das Fahren dem Auto überlassen will.

  • Der 9-3 ist rein optisch immer noch ein aktuelles Auto.
    Ich fahre selber einen 2008er 9-3 und wenn des Auto auf einem Parkplatz zwischen diversen anderen Fahrzeugen anderer Marken steht, so sieht er auch heute noch modern aus – vielleicht sogar moderner und schicker als manch anderes aktuelles Design der Mitbewerber!
    Die Optik, die Technik und wie wir jetzt hören auch das Fahrverhalten, müssen sich also keinesfalls verstecken – im Gegenteil!

    Problem könnte halt nur dieses von der Presse sehr negativ hervorgehobene Thema werden, dass die „Grundentwicklung“ dieses Fahrzeugs aus 2002 stammt.
    Dass diese Grundentwicklung im Laufe der Jahre immer weiter perfektioniert wurde, Kinderkrankheiten beseitigt wurden und dieses Auto somit grundsolide ist, wird schwer in die Köpfe zu bekommen sein.
    Hoffen wir mal, dass auch diese Werte von den Kunden geschätzt werden und sich das Auto doch gut verkaufen wird!

    Hier kommt dann die Abteilung Marketing ins Spiel, die richtig gut sein muss – viel besser als zu GM-Zeiten! (Gab es da überhaupt noch eine Marketing-Abteilung bei SAAB? – Hat man kaum bemerkt….)

    Ich drücke zumindest du Daumen!

    • Nun, ich fand das Design des 9-3 immer zu „normal“. Allerdings, um so älter er wird, um so schöner empfinde ich ihn, besonders im Vergleich zu dem was die Premiumkonkurrenz uns inzwischen so zumutet.
      Viel problematischer ist für mich der für die Größe zu kleine hintere Fußraum und natürlich, dass er keine Heckklappe hat.

      Nicht nur beim Marketing ist GM seine Unfähigkeit anzumerken, wobei Opel da ja auch schlecht wegkommt, GM erscheint ja mit Opel noch nicht mal auf der IAA, das erlaubt sich sonst kein großer Hersteller.

  • So schön wie der 9-3 ist, sollte das Update schon als Neues Model wahrnehmbar sein. Sonst sieht es schlecht aus für den Europäischen Markt. Man kann nicht alles über den Preis regeln.

  • Diese Argumente mit dem Preis sind für mich nicht ganz nachvollziehbar. Die Konkurrenz verlangt in Schweden zwischen 5000€ und 8000 € mehr, bei weniger Ausstattung ohne zweiten Satz Reifen und ohne das Service-Paket.
    Es wäre natürlich interessant zu wissen, wieviel Rabatt in Schweden gegeben wird. Beim Vergleich der Listenpreise ist Saab jedenfalls günstig.

    Das Fehlen der Assistenzsysteme, sollte beim Update behoben werden. Ich denke, dies dürfte wohl ohne Schwierigkeit machbar sein.

    • Neuer Kabelbaum, neue Computer, Platz für Sensoren suchen ….
      So einfach ist es nicht. Es wäre sogar einfacher ein HUD einzubauen.

      • Kann mir nicht vorstellen dass NEVS das macht, aber das hängt wohl auch von der geplanten Laufzeit ab. Interpretiert NEVS den 9-3 für China als „Neuerscheinung“ mit 5 oder 6 Jahren Laufzeit, dann machen tiefgreifende Modifiktionen Sinn. Es bleibt wohl spannend 😉

      • Ist schon klar, aber die Investitionen sind vergleichsweise gering. Die Hardware gibts von der Stange, die Anpassung dürfte jeder Zulieferer innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes schaffen.

        Drei Jahre dürfte der 9-3 wohl mindestens noch aktuell bleiben, da lohnt sich dies allemal.

        Der Aufwand und die Kosten für Änderungen von Presswerkzeugen oder eines neuen Antriebsstranges sind dagegen eine andere Hausnummer.

        Für den ganzen Schnickschnack braucht es auf alle Fälle keine neue Plattform.

  • Habe ich etwas verpasst? Über den Motor steht nirgends etwas – oder?

    • Die Kollegen der Auto Motor Sport schreiben über den Motor. Kräftig, Drehmoment bei geringen Drehzahlen, aber nicht besonders sparsam.

      • Der Motor ist aber noch nicht der geheimnisvolle der in den Autos nach dem Facelift stecken wird. Oder liege ich da falsch?

        • Du liegst richtig. Es ist der bekannte DI-Turbo aus dem 9-3 Griffin.

  • Mit der Umschreibung des Fahrwerks als „sportlich-komfortabel“ kann ich gar nichts anfangen. Ist es elektronisch einstellbar und man kann zwischen beiden Antipoden(!!) wählen? Falls nicht ist es entweder-oder aber niemals „beides“….

    • NEVS sagt sportlich, Vi Bilägare „sportlich – komfortabel“, die schwedische AMS „praktisch – komfortabel“ für schwedische Strassen. Du hast die Wahl. Jetzt muss einer aus der Community Probefahren in Trollhättan. 😉

  • Hallo Zusammen,

    welcher Motor ist da gemeint, der zuviel verbrauchen soll? Ich nehme an der benziner, denn bei meinem 1.9TTiD war ich nicht der Auffassung das mein Saab zuviel säuft. im Gegenteil über die ganzen 3 Jahre und 142000km die ich ihn besitzen durfte hat er in Endeffekt 6.87l/100km verbraucht. OK ich gebe zu den größten Teil auf der Autobahn, aber immerhin bei Tempo 140-180 km/h. Kann ich alles mittels einer einfachen Exceltabelle belegen, welche ich mir damals erstellt habe

    Viele Grüße, Cetak

  • „Die große Neuheit, ausser den Modifikationen des Fahrwerks, sind aber die Sitze im Innenraum. Sie sehen nicht nur gut aus, sondern bieten jetzt auch Frauen einen besseren Schutz vor einem evtl. Schleudertrauma bei Unfällen.“

    Warum sollte hier ein Unterschied zwischen Männern und Frauen sein?
    Wenn dem so ist, wie sieht dieser aus und wie wird der verbesserte Schutz realisiert?

    Gruß,
    Max

    • Kleine und leichte Menschen wurden bisher weniger gut geschützt als durchschnittlich große Passagiere. So wurde es mir erklärt. Der Unterschied bezieht sich also weniger auf das Geschlecht, als auf Größe und Gewicht. Die Autoren in Schweden brachten es auf ihre Art (Frauen…besserer Schutz) zum Ausdruck.

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