SAAB News. Saab EV steht zum Start bereit.

Über das Schwedenradio kamen weitere gute Nachrichten aus dem Saab Werk. Anfang nächsten Jahres werden die ersten Elektro-Saabs in der Limousinenversion auf ihren Weg nach China gehen. Die Endmontage findet in Quingdao statt, wo Batterien und Elektromotoren eingebaut werden. Die Energieträger dazu kommen von Beijing National Battery Technologie, einem weiteren Unternehmen aus dem Reich von NEVS Gründer Kai Johan Jiang.

Bejiing National Batterie Technology

Momentan sind in China zwei weitere Batteriefabriken in Bau, das bestehende Werk ist mit der Zulieferung für batteriebetriebene Busse voll ausgelastet. Laut Pressechef Mikael Östlund sind 80 % der Teile des EV mit der Benzinerversion identisch. Die Millionenstadt Quindao bestellte am vorletzten Montag die ersten 200 Saab 9-3 EV.

Der Markt für Fahrzeuge mit Elektroantrieb wächst in China rasant, NEVS kommt also mit den neuen Produkten zur rechten Zeit auf den Markt. Die Regierung bezuschusst den Kauf eines Elektroautos mit rund 6.600,00 €, die Stadt Quingdao legt nochmals den gleichen Betrag dazu. Darüber hinaus plant die staatliche Elektrizitätsgesellschaft, die eng mit NEVS Gründer Kai Johan Jiang zusammen arbeitet, den Bau von 220.000 (!) Ladestationen entlang der chinesischen Ostküste.

Das erste Saab Elektroauto soll laut Mikael Östlund eine Reichweite von 200 Kilometern haben, weniger als erwartet also. Allerdings werden Batterien und Antriebsstrang fortwährend optimiert, so dass die Reichweite zunehmen wird. Wann und ob das Saab EV in Schweden auf dem Markt erscheinen wird, ist momentan noch unklar. Auch ob es über das Internet oder doch über die traditionellen Händlerstrukturen vertrieben wird, ist aktuell nicht entschieden. In China jedenfalls befindet sich NEVS in Verhandlungen mit Handelsbetrieben, welche das neue Elektroauto verkaufen werden.

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Die nächste Generation von Elektrofahrzeugen aus Trollhättan wird auf der Phoenix Plattform basieren und vermutlich 2016 erscheinen. Das in Reichweite und Gewicht optimierte Fahrzeug wird dann ähnliche Werte wie die Produkte von Tesla aufweisen. Die Unterschiede zwischen konventionellen Antrieben und der neuen Generation von Fahrzeugen wird so immer mehr verschwinden.

Entscheidend für den Erfolg des Konzepts wird der Ausbau der Infrastruktur in Form von Ladestationen sein. China treibt dies mit Macht voran. Wahrscheinlich ist mit diesem Hintergrund die Entscheidung von NEVS, auf die chinesische Karte zu setzen, die einzigst richtige. Schweden hingegen läuft in der Elektromobilität Ländern wie Norwegen und Dänemark hinterher und hat viel Investitionsbedarf. Und Deutschland? Bei uns scheint es sehr langsam zu gehen, aber wir sind ja auch nicht der Schlüsselmarkt für NEVS.

Text: tom@saabblog.net

Bild: Beijing National Battery Technologie

16 Gedanken zu „SAAB News. Saab EV steht zum Start bereit.

  • 12. Dezember 2013 um 8:55 PM
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    Jetzt habe ich doch vor ein paar Minuten noch geschrieben, dass ich auf die Stromer warten werde – aber NEVS, jetzt bitte nicht von Schweden nach China und dann wieder zurück die EV-SAABs schicken, oder……?!

  • 12. Dezember 2013 um 8:59 PM
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    Sorry, jetzt habe ich dochmal richtig (weiter-)gelesen – schade eigentlich – ich hatte auf einen früheren Zeitpunkt gehofft für den EV-SAAB in der Garage….

  • 12. Dezember 2013 um 10:01 PM
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    Kann man nur hoffen das nicht nur der Chinesische Markt das Ziel ist. Wenn die Reichweite stimmt und die Ladezeit gering ist könnte der Übernächste ein Stromer werden. Der Nächste wird jedenfalls ein Turbo Benziner. Bis dahin werden wir auch wissen wo die Reise mit NEVS hin geht .

  • 13. Dezember 2013 um 7:23 AM
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    Schwarz oder weiß und nix dazwischen?

    Was ist denn mit einem Hybriden? Der Phoenix war doch als solcher entwickelt …

  • 13. Dezember 2013 um 9:31 AM
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    Uiii … jetzt wird aber anscheinend wirklich aufs “Gaspedal” gedrückt! Sehr schön! 🙂

    Ich würde mich ja gerne von Elektroautos überzeugen lassen.
    Aber sind die wirklich so umweltfreundlich (Stichwort: Batterien, Akkutausch und Entsorgung; Stromgewinnung)?
    Und selbst eine “größere” Reichweite von 300/400 km halte ich für ein “vollwertiges” Auto eigentlich irgendwie zu wenig, als das ich den Elektoantrieb da für eine “sinnvolle Alternative” halte (bei einem Stadtflitzer mag das ja anders sein). Hmmm ….

    • 13. Dezember 2013 um 10:32 AM
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      Stichwort umweltfreundlich. Die Batterie des kleinen Tesla mit der Lotus-Karrosserie ist aus rund 7800 Handybatterien zusammengesetzt. Und irgendwie scheint mir das nicht wirklich umweltfreundlich zu sein, wenn jeder mit 7800 Handys rumfährt!? Aber vielleicht kann uns Benzinern das ja jemand erklären. Aber bitte auch Gewinnung und Entsorgung all der giftigen Stoffe in den Batterien berücksichtigen. Und natürlich auch die Stromerzeugnis. Unter dem Strich bleibt da meiner Meinung nichts übrig. Im Gegenteil.

      • 13. Dezember 2013 um 10:39 AM
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        Das bringt mich auch immer ins grübeln.

        Wenn ich überlege, wie lange (auch gute) Akkus in div. Geräten halten und welch ein “Aufwand” um das Sammeln und Recyclen von Batterien und Akkus generell jetzt schon betrieben wird.

        Und nun muss man sich einmal “Millionen” riesiger Akkus in Autos zusätzlich dazu vorstellen …

        Ich bin da immer hin- und hergerissen ….

      • 13. Dezember 2013 um 11:33 AM
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        Tesla verwendet damit eine andere Technologie als NEVS. Lithium Ionen vs Lithium Iron Phosphate Technologie. Auf Grund dieser “Handy Akkus” hat der Tesla eine große Reichweite, soll aber auch “brandgefährlich” sein. Im letzten Spiegel stand ein guter Artikel über Risiken und Nebenwirkungen bei Tesla.
        Natürlich ist die Umweltbilanz von Batterien nicht ganz klar, eigentlich gehen die Konzepte dahin, dass alte Batterien aus E-Bussen und Autos nach Gebrauch weiter zur stationären Energiespeicherung eingesetzt werden.

  • 13. Dezember 2013 um 10:30 AM
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    was ist umweltfreundlicher? Ölbohrplattformen, überschüssiges Gas dort abfackeln? Herstellung, Transport und Entsorgung einer solchen? Transport mit Öltankern, chemische Aufbereitung zu Benzin? Lagerung in weit entfernten Ölhäfen, Transport mit LKW zu meiner Tankstelle? Und schließlich die Verbrennung im Motor?
    Ich glaube schon das Strom umweltfreundlicher ist,…ich jedenfalls baue mir ein Carport mit PV Anlage. Den selbst gewonnenen Strom nutzen, besser als Kohlestrom aus dem Ruhrgebiet.
    Mein nächster SAAB wird ein EV!
    Jetzt fahre ich zwei Biopower, bin also schon in dieser Richtung unterwegs.

    • 13. Dezember 2013 um 10:41 AM
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      Bei Stromerzeugung glaub ich als naiver Laie ja auch an die bessere “Umweltverträglichkeit” … nur eben nicht bei den Akkus und daher auch evtl. “im Ganzen”.

  • 13. Dezember 2013 um 10:48 AM
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    Der Sinn eines E-Autos hängt sehr an dem persönlichen Bewegungsprofil des Nutzers. Für einen Außendienstler unbrauchbar, würde es bei uns in der Familie schon Sinn machen. ich habe einen relativ kurzen Weg zur Arbeit und muß nur gelegentlich auf die Piste, da kommt uns wohl kein NEUES konventionelles Auto mit Technik aus dem letzten Jahrtausend mehr ins Haus, darüber sind wir uns schon einig.
    Für die Langstrecken wird dann auf die SAAB-Sammlung zurückgegriffen, das macht ja auch richtig Spaß.

    Wir haben uns neulich auch den BMW i3 angesehen, ein nettes Gerät. Allerdings befürchte ich, dass der 17ßPS-Heckantrieb mit dem großen Drehmoment des E-Motors den Fahrern im Winter noch viel “Freude” bereitet.

    Ich glaube, jetzt noch einen Hybrid dazwischenzuschieben überfordert das Platzangebot eines 9-3, der damit auch zu schwer wird (Siehe Volvo V60 Plug-in-Hybrid mit 1,8 Tonnen – nee danke!).

  • 13. Dezember 2013 um 10:49 AM
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    Elektrofahrzeuge sind nicht unbedingt die “Überöko-Fahrzeuge”. Die Produktion kann durchaus umweltschädlicher stattfinden – ich sage kann, da ich nciht weis ob das überall zutrifft – auch auf Batterien und so.

    Auch wenn man den CO2-Ausstoß eines Elektrofahrzeuges betrachtet, muss der noch nicht zwangsweise besser sein, als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Hier kommt es zunächst einmal darauf an, wo man das Fahrzeug fährt und wie man es betankt. Denn solang das Fahrzeug in Deutschland unterwegs ist und nicht über eine Solar- oder Windanlage auf dem eigenen Hausdach gespeist wird, muss man den Deutschen Strommix zu Grunde legen.

    Und hier kommt man durchaus schnell in Regionen, die bei Verbrennungsmotorfahrzeugen liegen. Denn 127g/km bzw. 136g/km beim Tesla S (60kWh bzw. 86kWh) liegen in der Nähe von den 139g/km vom 9-5 II 2.0 TiD bzw. über den Werten vom aktuellen BMW 518d/520d – mit 119g/km. Nur für Deutschland geltend wohl gemerkt.

    Geht man jetzt in die Nachbarländer Schweiz und Österreich sieht es ganz anders aus. Sofern man den dortigen Strommix hernimmt, weißt der Tesla nur noch 26,9g/km oder 28,7g/km (Schweiz) bzw. 34,2g/km oder 36,5g/km (Österreich) vor.
    Ganz besonders umweltbewusst fährt man ein Elektrofahrzeug natürlich immernoch in Schweden, denn dort emmitiert der Tesla nur 3,3g/km oder 3,5g/km.
    Den Grund findet man natürlich sehr schnell in der Stromproduktion der jeweiligen Länder. Man kann also nicht pauschal sagen, wie umweltfreundlich ein Fahrzeug grundsätzlich ist.

    Bezüglich der Reichweite verstehe ich die Bedenken. Allerdings geht die Entwicklung der Ladestationen ja auch vorwärts. Sollte es also 2014/15 tatsächlich möglich sein einen 85kWh Akku binnen 10 Minuten (Tesla plant das soweit ich weis) zu 80% zu laden, dann hat man auf einer 1000km langen Strecke zwar immer noch mehr Pausenzeiten, als mit einem Benziner/Diesel, aber das fällt nicht mehr so ins Gewicht wie am Anfang der Elektromobilität oder aktuell noch. So muss man vielleicht 3x “tanken” – also 30 Minuten – während ich bei einem Benziner durchaus auch 1x tanken muss – Tanken + Bezahlen dauert mit unter auch mal 10 Minuten.
    Außerdem sollte man doch sowieso öfters mal eine Pause einlegen. 😉

    Grüße vom Christian aus Zwickau

    • 13. Dezember 2013 um 10:55 AM
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      Eigentlich bezog sich mein Beitrag auf den von GP362 und war als Antwort ausgewählt. Nunja egal.

      Noch was zum Artikel selbst:

      Gut gut, wenn der Anteil an E-Fahrzeugen in China und vor allem der Stadt kontinuierlich ansteigt. Sehr löblich finde ich das Handeln der chinesischen Regierung. Man kann ja über China sagen was man will, aber hier zeigt China Weitsicht und Innovationsgeist. Wir Deutschen mit unserem uneinholbar überlegenen Ingenieurswissen kriegen es staatlichbedingt nicht mal auf die Reihe ein paar E-Tankstellen zu bauen, geschweige denn die Elektromobilität sinnvoll voranzutreiben (bis auf BMW vll.) und von der Regierung gibt es nur irgendwelche Traumzahlen und Wunschziele.
      China hingegen baut “einfach mal” 220.000 E-Tankstellen und subventioniert die E-Mobilität noch und nöcher. Aber die haben ja auch keine so starke “Diesel-Lobby”.

    • 13. Dezember 2013 um 11:39 AM
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      Das war ein äußerst informativer und erhellender Leserkommentar zum C02-Aspekt. Vielen Dank!

      • 14. Dezember 2013 um 7:12 PM
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        Vielen Dank für das Lob. Ich bemühe mich, weiterhin solche Beiträge beizusteuern.

        Grüße vom Christian aus Zwickau

  • 13. Dezember 2013 um 3:38 PM
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    Beim Thema CO2…unsere kleine ist gerade 4 Monate alt und bei den ganzen Windeln hat sie niiiii wieder eine Chance auf eine gute CO2 Bilanz. 😉

    Ab einer Reichweite von 400Km sind wir dabei, das gibt mir Sicherheit und einen Buffer, sollten es mal -10C sein werden aus den 400Km eben 250Km oder.

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