Das Comeback von Saab könnte mit dem 9-3 Cabriolet beginnen. Und es könnte alles früher stattfinden als bisher bekannt. Das zumindest meint Fredrik Sidahl, CEO der nationalen Lieferantenvereinigung FKG gegenüber der örtlichen Presse. Alles ist daher spekulativ, aber die Chancen auf einen Neustart scheinen nicht schlecht zu stehen.
Erste positive Signale von traditionellen Lieferanten sind bereits in Trollhättan angekommen. Denn die wirtschaftliche Entwicklung in Schweden ist so schlecht, dass jeder Auftrag den Betrieben hochwillkommen ist. Wie sich die Lage in den letzten Wochen entwickelt hat, dazu im nächsten Artikel mehr. Zusätzlich zu dem Cabriolet, so berichteten gestern Kreise, würden Sportkombi und Limousine vom Band rollen.
Macht der Plan des neuen Saab-Eigentümers Sinn? Eigentlich ist es die falsche Frage. …man sollte lieber darüber nachdenken, welchen Sinn es macht, dies nicht zu tun. Und ob man es sich leisten kann, es nicht zu tun. Ein stillstehendes Autowerk ist ein teures Autowerk. Kosten für Instandhaltung und Wartung verschlingen erhebliche Summen. Die Produktionseinrichtungen müssen laufen, sonst verfallen Umweltzertifikate und andere Auflagen. Die Eigentümer sind in der komfortablen Situation, ein Werk ohne Mitarbeiter zu besitzen. Keine hohen Kosten, keine Abfindungen, keine hohen Löhne, kein Ärger mit Gewerkschaften. Im Gegenteil ! Schwedens Arbeitsmarkt produziert Bewerber auf Hochtouren, die Chancen sind für Arbeitgeber günstig.
Schaut man auf die Finanzierungsseite, dann wird es leichter sein, Aktionäre und Finanziers für eine laufende Produktion mit real existierenden Produkten, Vertriebskanälen und Kunden zu begeistern, als für zwei Elektro-Prototypen im Showroom und ein stillstehendes, vor sich hin gammelndes Werk.
Werkzeugkosten für den 9-3 fallen nicht an, die Kosten zur Weiterentwicklung sind gering. Mit einer kleinen Mannschaft, einige hundert Mitarbeiter vielleicht, zum Start 10.000 oder 20.000 Autos im Jahr zu produzieren, das wäre möglich. Die hohen Kosten der Muller Zeit, als das Werk mit 3.500 Beschäftigten pro Monat 5 Millionen € verschlang, sind Geschichte. Der Markt für einen 9-3 Griffin wäre da. In Deutschland sind zwei Drittel des Saab Bestands aus dieser Modellreihe. Das wären mehr als 40.000 potentielle Kunden, die Nachholbedarf haben. Man muss nur seine Karten richtig spielen !
Stellt sich die Frage nach den Motoren, auf die es (noch) kaum Antworten gibt. Mit den famosen Dieselmotoren zu starten wäre kein Problem, denn die Diesel – aus der Ehe von GM und Fiat, von den Schweden weiterentwickelt und verfeinert – gehören Saab. Interessanter sieht es bei den Benzinern aus. Um die aktuelle Euro 5 Norm zu erfüllen, wurden alle 9-3 als Griffin Modelle auf Direkteinspritzer umgestellt. Die Motoren kamen von GM, und es stellt sich die Frage, ob GM erneut als Lieferant auftreten würde. Einige Freunde in Schweden sehen die Amerikaner erneut mit im Boot, denn GM hatte immer betont, dass man gerne Motoren und Getriebe für den 9-3 liefern würde.
Spekulativ gesehen könnte auch BMW als Zulieferer einsteigen. Prototypen mit dem Greif auf der Haube und mit einem bayerischen Herzen darunter gab es bereits, und die Aussicht wäre verlockend. Ganz abgesehen vom möglichen Imagegewinn, wenn ein famoser BMW-Motor – von Saab verfeinert und angepasst – für Leistung sorgt. Ebenso spekulativ ist, dass – so meinen Stimmen aus Trollhättan – Mahindra hinter den Kulissen die Fäden zieht und für Engineering und Finanzierung sorgt.
Dafür gibt es keine Bestätigung und keine sichtbaren Anzeichen. Aber möglich ist bei Saab alles, das haben wir doch die letzten Monate gelernt, und träumen werden wir wohl dürfen…
Text: tom@saabblog.net


Das 9-3 Cabriolet wäre der perfekte (Wieder) Neustart für SAAB auf den Frühling 2013. Auf diesem Model könnte auch der schöne Kombi und die Limousine wieder angeboten werden.- Ja, ja Tom, wie du ja immer so schön schreibst: Träumen darf man immer…..
Dann träum ich mal vom Kombi!
Bitte ein Cabriolet. Bitte in Monte Carlo Gelb als SAAB-Revival Edition
Ich bin dabei!
Tja und ich träume weiterhin vom neuen 9-5 II SC Aero in der Farbe Java…..
Wunderbar wäre das, egal ob mit Fiat oder BMW als Motorlieferant!
Dann gibt´s ja auch noch in ein paar Jahren Junge Gebrauchte auf dem Markt!
Gruß André
Ich will dir hier ja nicht den Elan rauben, aber Fiat? ich denke die haben zur Zeit zu grosse Problem als dass man einen solchen Hersteller als Lieferan wählen sollte. Ausserdem sind die Motoren nicht top of the class
Hallo Yves, also ich kann nach den ersten 10-tausend km wirklich nicht über meinen “italenischen” TTiD4 meckern. Fährt sich gut und da werden auch von Premium Anbietern in ihren kleineren Fahrzeugen merkbar schlechtere Motoren angeboten. Ich fühle mich da ausreichend motorisiert.
Ein SAAB mit einem BMW-Motor wäre eine sinnvolle, wirtschaftliche und vor allem europäische Lösung! Damit wäre SAAB auf einen Schlag technologisch wieder up to date und die leidige GM endlich draussen. Ich werde nie wieder ein Fahrzeug von GM oder mit GM-Technologie kaufen.
NIEMALS was mit GM …NIEMALS !!! und bitte auch mit besseren Materialien im Innenraum… BMW wäre super… oder einen alten Motor aus dem 9000er, der hat locker 3 l weniger verbraucht als mein “BIO Power” aus dem 9-3 !
irgendwie wärs ja schon schön wenn die Produktion des 9-3 II wieder anlaufen würde . Aber allein die Überlegung von NEVS dies zu tun zeigt doch mal wieder , dass die von Anfang an nicht wirklich einen Plan hatten was sie aus der Fabrik , die sie gekauft haben , machen sollen . NEVS will Weltmarktführer bei Elektroautos werden , möchte anfangs nichts mit den alten Saabkunden zu tun haben und will noch nicht einmal für Ersatzteile für vorherige Saabfahrzeuge ( Saab Parts ) sorgen und auf einmal die Kehrtwende und es sollen wieder Autos gebaut werden die in ihrer Grundkonstruktion schon über 10 Jahre alt sind und mit der ausgegebenen Philosiphie von NEVS nichts zu tun haben . Obwohl man weis ja auch nicht ob NEVS überhaupt eine Philosophie hat . Vielleicht ist es auch nur ein verzweifelter Versuch irgendwie mit der gekauften Fabrik doch auf irgendeine Art Geld zu verdienen , und der nächste Konkurs ist schon näher als man denkt . Wie gesagt schön wärs schon und es wäre mal ein Anfang , aber ich glaube immer noch , das die Herren bei NEVS nicht so richtig wissen was sie tun bzw. tun sollen.
Da bin ich mir gar nicht so sicher, dass NEVS keinen Plan hatte!
Ich denke mal, das war schon sehr gut überlegt, nur dass man sehr besonnen mit Infos umgeht und erst jetzt damit rausrückt, nachdem viele Details geklärt sind!
Ich denke mal NEVS ist nun in einem Stadium, wo sie nach den Anfangsturbulenzen und Grundsatzfragen in die Phase kommen, wirklich die Produktion und die Planung im Detail in Angriff zu nehmen.
Wenn ich eine Firma gründe oder aufkaufe, beginne ich auch nicht gleich mit der Produktion – da gibt es zunächst ganz andere Sorgen und Nöte!
Ich drücke die Daumen und würde mich riesig freuen, wieder neue SÄÄBe auf den Straßen zu sehen!
Nur schade, dass es den 9-4x nie geben wird….
Hallo Peter,
auch die Newcomer NEVS müssen sich den Geschehnissen auf dem globalen Markt irgendwie anpassen. Da man wohl gemerkt hat, dass Elektrofahrzeuge derzeit noch nicht der Hit sind und auch Phoenix noch eine Weile braucht, erfährt nun erstmal das Altbewährte eine Renaissance.
Die Modelle sind ausgereift und hoffentlich kommen auch die reichtigen Motoren zum Zuge – mein Wunschmotor wäre der von BMW (aber sicherlich gäbe es auch anderweitig leistungsstarke und geeignete Motoren).
An der Tatsache, dass bereits seit Monaten Gespräche mit Zulieferbetrieben laufen, kann man allerdings auch sehen, dass es sich nicht um eine plötzliche Kehrtwende handelt – diese Planung scheint bereits gleich nach dem Kauf von SAAB auf die Tagesordnung gekommen zu sein. Der Unterschied zum Vorgänger ist halt, dass nicht gleich alles an die große Glocke kommt. Dies finde ich persönlich nicht von Nachteil – obwohl außer der Konkurrenz auch die Fan-Gemeinde nicht sofort weiß, was im Schilde geführt wird. Wenn das Endergebnis dann aber doch irgendwie hinkommt, sollte man als Fan der Marke etwas großzügig sein. Denn fest steht doch, dass die meisten von uns lieber einen neuen SAAB 9-3 II fahren würden, als ein anderes Fabrikat – und dies sogar noch nach 10 Jahren seit entstehen der Grundkonstruktion!
Interessant finde ich die Passage mit GM als Motorenlieferant. War es nicht GM, die durch die strikte Weigerung Saab unter chinesischer Eigentümerschaft weiter zu beliefern, endgültig den letzten Sargnagel eingeschlagen hatte?
Woher dieser plötzliche Sinneswandel? Was ist jetzt unter NEVS anders?
Im 9-3 sieht GM, so sagen unsere Schweden, keine Konkurrenz. Die GM Probleme gingen in erster Linie um die moderneren 9-5 II und 9-4x.
Die Fragezeichen um GM haben nicht nur mit den Motoren zu tun sondern mit dem Gebahren von GM generell. Tatsache ist, dass SAAB seit der Verbindung mit GM keine eigene Perspektive mehr hatte und nur noch als Entwicklungsstandort für andere Produkte im GM-Konzern verwendet worden ist. Das gleiche wiederholt sich nun bei Opel – obwohl gute Produkte vorhanden sind, lässt man Opel für andere Marken im Konzern entwickeln, verhindert den globalen Vertrieb für Opel und macht Opel mit den Chevrolet-Kia Mühlen aus Korea in den Kernmärkten Konkurrenz.
Eine tragfähige Zukunft für SAAB ist deshalb schwer mit GM denkbar. Wie im amerikanischen Wahlkampf sichtbar geworden ist, spielt Europa auf der geopolitischen Weltkarte für die USA keine Rolle mehr. Da GM mit Staatsgeldern gerettet worden ist, liegt es auf der Hand, dass dort nun primär nationale Interessen verfolgt werden. Die SAAB-Story beweist, dass GM keine Autos für die europäischen Märkte baut. Sich das zweite Mal in die Abhängigkeit von GM zu begeben, kann nur zum gleichen Resultat führen.
Was macht die schwedische Politik? – Wer glaubt, man könne in einem Land nur noch “Kopf-Arbeitsplätze” haben und die Produkte irgendwo auf der Welt machen lassen oder zusammenkaufen, hat wohl keine Ahnung von Volkswirtschaft und darf sich über steigende Arbeitslosenzahlen nicht wundern! Man hat es bisher in vielen Bereichen gesehen – wenn die Produktionsarbeitsplätze verschwinden, gehen nach einiger Zeit auch die Entwicklungsabteilungen und damit die Technologie weg. Man hat in vielen Bereichen gelernt, dass funktionierende Prozessketten, kurze Wege und effiziente Kommunikation die Voraussetzungen sind, um Technologien im Land zu behalten. Nicht ohne Grund ist Near-Shoring ein Megatrend in Europa.
Leider habt ihr alle nicht verstanden um was es geht. Kernmärkte für den zukünftigen Autohandel sind nun mal nicht mehr europäische Länder sondern die ehemaligen Schwellenländer dieser Welt. Wie kann GM Autos für Europa bauen wenn die Absatzzahlen im Promille-Bereich im Verhältnis zur restlichen Welt liegen?
Übrigens hatte GM nicht Kia sondern Dewoo gekauft. Und da der Geiz ist geil-Trend regiert, sind sie mit ihrer Politik auf dem richtigen Weg. Denn noch nie fuhren soviele Chevys auf Europas Strassen (auch wenn dies in wirklichkeit Reisschüsseln sind).
Vielleicht müsste man einfach mal der Wahrheit ins Gesicht schauen und zugeben, dass die Chinesen drauf und dran sind die Welt zu beherschen. Da sie massenhaft nicht rentable Firmen zu Spottpreisen aufkaufen und somit zu Technologie-Sprüngen von 10 oder mehr Jahren kommen. Und dies fast zum Nulltarif!
Kommt doch bitte mal von dieser “Böse GM Leier” runter.
Es mag ja schön sein einen Schuldigen zu finden, auch wenn er nicht alleine Schuld an der Misere hat.
Opels Problem ist doch, dass zu wenige Leute einen Opel kaufen, Basta!
Vielleicht machen die deutschen Premiumhersteller einfach bessere Lobbyarbeit bei den Autojournalisten (Sponsoring), oder wie erklärt ihr euch, dass jeder Vergleichstest gewonnen wird?
Und durch die Medien macht man nun mal Meinungen!