SAAB News: Youngman einzigste vernünftige Lösung für Saab?

Die täglichen Wirtschaftsnachrichten zum Thema Saab. Heute geht es um Youngman, Mahindra, BMW, Triumph und American Axle. Schöner wäre es über Autos aus Schweden zu schreiben, aber das ist momentan nicht. Also der Wirtschaftsteil.

In Schweden ist es ruhig, die Abschottung der Administratoren funktioniert gut. Keine Informationen gehen nach außen. Eine Einschätzung der Perspektive gibt Lars Holmqvist, CEO der Lieferantenvereinigung CLEPA. Nach dem Ausscheiden der türkischen Brightwell Holding steht Mahindra & Mahindra nach seiner Einschätzung vor genau dem gleichen Problem.

General Motors, jetzt mit dem Einstieg bei PSA beschäftigt, wird keine Lizenzen an Dritte herausgeben. Das ist klar. Youngman ist seiner Meinung nach die einzigste vernünftige Lösung um Saab zurück ins Leben zu befördern. Der Bau des Saab 9-3, ohne GM DNA, wird die Lösung sein um kurzfristig neue Saabs auf den Straßen zu sehen.

Youngman ist der einzigste Investor der diesen Plan verfolgt, glaubt man Holmqvist, der Presse und gut unterrichteten Kreisen aus Schweden. Mitarbeiter von Youngman haben bereits Saab Lieferanten besucht um die Möglichkeiten nach dem Saab Verkauf zu erkunden. Lars Holmqvist ist als CEO der Autozulieferer nahe dran. Ob seine Einschätzung zum Thema Mahindra der Realität entspricht ist schwer zu beurteilen. Denn die Inder scheuen die Öffentlichkeit.

Immer wieder hören wir die Uhr ticken. Sie tickt schnell, sie tickt immer lauter. Erinnern wir uns an den elektrischen Allradantrieb. Der “neue Saab 9-3” wäre Ende 2012 das erste Auto weltweit mit dieser Technologie gewesen. Manchmal ist schon allein die reine Vorstellung was hätte sein können frustrierend.

Die e-AAM Driveline Systems AB, ein Gemeinschaftsunternehmen der Saab Automobile AB und American Axle ist nun komplett in den Besitz der Amerikaner übergegangen. Die Nachfrage nach dem System ist groß, die deutschen Hersteller stehen Schlange für Lizenzen. Saab hätte nach dem 9-3 Debut für 12 Monate die Exklusivität gehabt. Okay. Vorbei.

Hmm. In der BMW Welt spekuliert man weiterhin über Saab und BMW. BMW muss weiterhin wachsen um in der Zukunft bestehen zu können. Der Einstieg von GM bei Peugeot/Citroen verstärkt den Druck in Europa. Wenn nicht Saab, dann vielleicht Triumph, so fragt heute der BMW Blog. BMW hält seit dem Rover Debakel die Markenrechte der ehemaligen Sportwagenikone. Da ich ein Fan klassischer britischer Roadster bin, ein MGB war mehr als 10 Jahre gern gefahrener Gast in meinem Fuhrpark, kann ich mit der Marke Triumph einiges anfangen. Aber was sagt die jüngere Generation dazu? Die Wiederbelebung von Triumph dürfte ähnlich mühsam bis erfolglos sein wie das grandiose Scheitern der Marke Maybach.

Würde mich jemand aus dem Petuelring fragen, was natürlich niemnd tun wird, so würde ich den Kauf von Saab als sinnvolleres Investment sehen. Denn Saab ist lebending und Triumph ist Geschichte. Wie sagt man in Bayern? Schaun mer mal…

Text: tom@saabblog.net

12 Gedanken zu „SAAB News: Youngman einzigste vernünftige Lösung für Saab?“

  1. *räusper*
    Auch wenn alle anderen Bieter abspringen sollten, so bleibt Youngman doch höchstens die _einzig_ vernünftige Lösung. Superlative gibt’s in dem Fall nicht ;-)

    Übrigens, auch ich hätte gegen Triumph eigentlich nix einzuwenden… Ich gehe gerne zum halbjährlichen BRCS-Treffen (British Roadster Club Saar), und genieße den Anblick. Vielleicht als zweiten Schritt, wenn die SAAB-Investition Gewinn abwirft.

    1. Vermutlich hast Du recht un wir dürfen nicht wählerisch sein was den neuen Eigentümer angeht. SAAB ist leider in einer schlechten Verfassung und nicht die schönste Braut. :-(

  2. Oaaah, bitte:
    Einzig kann man nicht steigern (gut, man kann – was rauskommt, sieht man oben; dreimal sogar) – genauso wenig, wie sich die Saabmitarbeiter alleingelassen fühlen dürften, aber nicht alleinstgelassen.

    Sonst ist ja alles gut *hüstel*
    ;-)

    1. …und ich schreib’ auch noch Quark zusammen:
      Alleinst- und alleingelassen bitte mal tauschen, dann passt das auch wieder.

      1. *Hmpf* Alleinstgelassen fühlen sich zumindest die SAAB Fahrer, die Händler und überhaupt. Oder?

  3. buaaaaaaaaaaa. jetzt tun ma uns aber wirklich leid, oder?
    hät ja jeder von uns, der da so schlaue Zukunftsthesen anstellt, hergehn können und sein Schicksal enger mit SAAb verknüpfen können, ein SAAB Mitarbeiter werden, die Zukunft von Saab massgeblich mitgestalten können, als das noch ging. vielleicht wärn ma dann nit da wo ma heut sind.
    Nur kaufen reicht halt manchmal nit. wie ma auch bei GMurks sieht.

  4. Weitaus ärgerlicher als die semantische Tieffliegerei, die hier offensichtlich um sich greift, ist der Abgang von American Axle. Damit ist für einen Neustart ein wirkungsvolles Alleinstellungsmerkmal entschwunden. Sollte dieser Schritt vollzogen worden sein, um Geld für den weiteren Verlauf des Konkursverfahrens zu generieren, sind Zweifel am Sachverstand der Verwalter anzumelden…

    1. Lieber red99
      Wie immer hast Du in jeder Beziehung recht. Auch was die Tieffliegerie angeht. Der Verkauf von e-AAM Driveline an American Axle ist so etwas wie der Verlust der Kronjuwelen. Hoffentlich wird nicht noch mehr Saab Wissen aus der Konkursmasse heraus gelöst.

      1. Spätestens jetzt, ist einiges nicht mehr ganz nachvollziehbar.
        Liegt das an unserem Unwissen, oder schaut´s wirklich nicht mehr so schön aus ?
        Es wirkt mittlerweile so, als bekäme der Investor nur noch eine leere Halle am Göta Älv.

  5. Sag mal Tom, ist Dir hier vielleicht doch endlich der geheimnisvolle (war er doch immer noch, oder) mitteleuropäische Bieter rausgerutscht? Vermutet haben es viele, bestätigt niemand, jedoch könnte BMW Saab nur kaufen wenn bis letzte Woche ein Gebot abgegeben worden wäre. Richtig?
    Wie viele vor mir geschrieben haben: Ich hätte Spaß dran. Und rein farblich passt es auch, Blau und weiß finden sich auch im Logo mit dem Greif.

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