“Wir hatten einen Traum…” Der Traum von einem kleinen schwedischen Automobilhersteller. Der Traum von Unabhängigkeit, gutem Design jenseits des Mainstreams, den Traum einer coolen skandinavischen Marke. “Träume können wahr werden, wenn die Menschen welche die Träume haben, diese erleben wollen”. So hatte ich im Sommer noch geschrieben.
Es ist der letzte Wirtschaftsartikel auf den Blog für das Jahr 2011, das reich an Krisen und Wirtschaftsnachrichten für Saab war. Morgen kommt noch ein Artikel zum Jahresrückblick und dann ist 2011 Geschichte. Mittlerweile ist sowohl im positiven als auch im negativen Sinne einiges klarer geworden.
Gestern abend rief mich ein Freund an und fragte was es mit dem indischen Interessenten für Saab auf sich habe. Indischer Interessent ? Mehr im Spaß sagte ich dann zu ihm, nachdem er mir den Text auf Saabsunited vorgelesen hatte, das sei wohl mal wieder eine typische Victor Muller Geschichte.
Wie realistisch ist es, auf eine zukünftige Autoproduktion in Trollhättan zu hoffen ? Schwedische Freunde, die den Blog seit Februar begleiten, rechnen nicht mehr mit einer Produktion in Saab City. Der Schock über den Konkurs des Autobauers ist überwunden und die Realität ist grau in grau.
In Trollhättan wird die Gruppe der türkischen Saab Interessenten erwartet. Ein Treffen mit Konkursverwalterin Ann-Marie Pouteaux und dem bis zum Konkurs amtierenden Saab CEO Victor Muller ist geplant. Das schreibt heute Dagens Industri.
In Schweden waren die letzten Tage ruhiger, und es liegt mehr Nebel als je zuvor über der Saab Zukunft. In Trollhättan hat die Jagd nach den fähigsten Saab Ingenieuren begonnen, und es schließt sich der Kreis. Combitech, früher Saab-Scania Combitech, sucht für den neuen Entwicklungsstandort Trollhättan 200 Ingenieure.
Saab Fahrer und Fans treffen sich weltweit am 14. und 15. Januar um die Verbundenheit mit Ihrer Marke zu zeigen. Es sind Treffen, die nicht von Saab, sondern von der Saab Community organisiert werden. Keine Support Convoys wie vor 2 Jahren, sondern ein Zusammentreffen und Statement von Gleichgesinnten.
Im Trubel der letzten Tage war die Situation für viele von uns unklar, und einige Leser sahen schon alle Strukturen zusammenbrechen. Jetzt, wo sich nach dem Erdbeben vom Montag der Staub etwas gelegt hat und die Lage klarer geworden ist, haben wir einen etwas besseren Einblick in die Situation.
Saab Deutschland ist aktiv und hat nicht aufgegeben. Gestern gab Saab Deutschland Country Manager Jan-Philipp Schuhmacher ein Interview zur aktuellen Saab Lage auf hr info. Auch Wolfgang Messer vom Saab Club Rhein-Main wurde über die weiteren Aktivitäten des Saab Clubs befragt. “Saab trägt man im Herzen….” ist das Ergebnis des Interviews. Wie wahr ! Mehr …
Breaking News aus Schweden gibt es keine und vermutlich wird es die nächsten Tage erheblich ruhiger um den schwedischen Patienten werden. Noch ist er am Leben und noch sollten wir nicht alle Hoffnung aufgeben. Denn die Saab Gemeinde ist aktiv und hinter den Kulissen tut sich einiges.
Der wichtigste Faktor ist Zeit. Youngman hat verstanden und bringt sich in Position. Während andere potentielle Käufer noch die Lage sondieren, starten die Chinesen den langen Marsch in die europäische Automobilindustrie. Heute werden Rachel Pang und Delegation in Trollhättan erwartet, ein erstes Treffen mit den Konkursverwaltern steht auf dem Plan.
Um 12:00 Uhr ist Rachel Pang mit zwei weiteren Youngman Managern in Landvetter gelandet. Zur Zeit ist man im Saab 9-5 auf dem Weg nach Trollhättan. Für Mittwoch oder Donnerstag ist ein Treffen mit den Konkursverwaltern geplant. Dass Rachel Pang auf einem realistischen Weg ist, zeigen Ihre Aussagen am Flughafen.
Jan-Philipp Schuhmacher, Saab Country Director, hat der Autogazette ein Interview zur Ersatzteilversorung für Saab Fahrer in Deutschland gegeben. Ein Thema, das uns alle interessieren dürfte. Zum Artikel…
Update: 10:49 Der Autozulieferer Magna hat laut der Financial Times ein ernsthaftes Interesse an Saab. Magna betreibt in Österreich eine Auftragsfertigung und baute in der Vergangenheit bereits für einen kurzen Zeitraum das Saab 9-3 Cabriolet. Ob Magna die Saab Fabrik nur für die eigene Fertigung erwerben will, oder ob man die Marke neu beleben möchte …
Die Kaste der Politiker ist überall in Europa gleich. Die zwei schwedischen Ministerinnen, Annie Lööf und Hillevi Engström, besuchten heute Saab, um sich einen Einblick zu verschaffen. In Ihrer Ansprache zu Menschen, die auf Unterstützung hoffen, kam leider nichts, aber auch gar nichts Brauchbares zum Vorschein.