Saab News Schweden: Der gestrige (Saab) Tag im Pressespiegel

Auch gestern ist es nicht ruhiger geworden um Saab, in Schweden gab es diverse Meldungen und Geschichten in der Presse. Jan Nygren, einer der Investoren die mit einem schwedischen Konsortium Saab von GM kaufen wollte, hat sich zu Wort gemeldet. Nygren ist in Trollhättan aufgewachsen und so der Region auf eine besondere Weise verbunden. Nygren sagt, er hofft für Saab – aber er hat Zweifel.

Die Regierung sollte Saab unterstützten, denn ganz Trollhättan ist abhängig von den Arbeitsplätzen im Automobilwerk und den auf die Automobilindustrie ausgelegten Forschungseinrichtungen in der Stadt. Auch die Universität, Nygren gehört dem Universitätsrat an, ist in einer Abhängigkeit von Saab. Er sieht nach wie vor großes Potential für Stadt und den Hersteller, wünscht aber aktive Hilfe von Seiten der Administration.

Zweifel sieht er an der Person Victor Muller. „Ohne Zweifel hat Muller bemerkenswerte Dinge vollbracht. Auf der anderen Seite ist er für die jetzige Situation verantwortlich, die Fehler die er gemacht hat haben große Schäden für Saab verursacht“ so Nygren.

Hakan Scött, Vorsitzender der IF Metal bei Saab, vertraut auf Victor Muller. Er zeigt sich erleichtert über die schnelle Lösung nach dem Ende der Hawtai Beziehung. „Es zeigt wie groß das Interesse an Saab in China ist, ich habe mit einer Handvoll Mitarbeiter gesprochen, alle sind optimistisch und erleichtert. Wir haben einen starken Glauben über die ganze Zeit an eine Lösung der Probleme“ so Scött zu Dagens Nyheter.

Auch die Mitarbeiter von Saab stehen hinter Muller. Gestern, auf der Betriebsversammlung wurde er mit großem Beifall empfangen, die Loyalität die sich auch in Interviews gegenüber den lokalen Medien ausdrückt ist einzigartig.

Die Situation der Zulieferer ist weiterhin kritisch und man begegnet den Ankündigungen mit großer Skepsis. Plastal in Simrishamm, Zulieferer für Stoßstangen hatvorgestern 50 Mitarbeiter aus der Produktionslinie für Saab gekündigt. Trollhättan Terminal AB, Logistiker für Saab hat ebenfalls vorgestern alle 35 Mitarbeiter entlassen. Svenake Berglie, Präsident der Zulieferer sieht ein Problem mit der Neueinstellung der gekündigten Mitarbeiter, sollte die Produktion wieder laufen. Der Arbeitsmarkt in Schweden boomt, viele haben mittlerweile neue Jobs gefunden.

Saab Eigentümer Spyker hat sich durch die Ausgabe neuer Aktien beim GEM Global Yield Fund neues Geld besorgt. Mit einer Privatplazierung von 1.000.000 Aktien kommen ca. 3.5 Millionen € in die Kasse. Der GEM Fond ist sehr umstritten und hat einen zweifelhaften Ruf.

Staatsminister Frederik Reinfeldt verfolgt von Brasilien aus die Lage bei Saab. Er und seine Regierung sind die letzten Wochen nicht als hilfreich aufgefallen, im Gegenteil. Vielleicht sollte jemand Herrn Reinfeld erzählen dass Industriearbeitsplätze in der schwedischen Provinz, erst einmal verschwunden nie mehr wiederkommen. „Im Prinzip“ sagt Reinfeldt „können wir nichts tun und verfolgen mit äußerster Sorge die Entwicklung um die Arbeitspätze. Wird die Regierung aufgefordert Entscheidungen zu treffen werden wir dies schnell tun, aber es sind viele Akteure an den Entscheidungen beteiligt. Er möchte noch daran erinnern dass kein Unternehmen ohne langfristig Finanziers und Eigner überleben kann und Produkte braucht die mit Gewinn zu verkaufen sind“.

Antonov Sprecher Carlström hatte letzte Woche auf einer Veranstaltung in Trollhättan die Regierung auf das schärfste angegriffen und vorgeworfen Saab entsorgen zu wollen. Besonders Industrieministerin Maud Olofsson wurde hart angegangen.

War das hilfreich ? Antonov braucht das Wohlwollen und Zustimmung der Regierung um als Saab Aktionär akzeptiert zu werden…

Text: tom@saabblog.net