Saab Partnerschaft mit Pang Da Automobile, welche Chancen Saab dadurch bekommen (könnte)

Saab Partnerschaft mit Pang Da
Saab Partnerschaft mit Pang Da

Saab und Pang Da Automobile haben eine recht umfangreiche Absichtserklärung zur Zusammenarbeit unterzeichnet. Die Zusammenarbeit hilft, werden die endgültigen Verträge ratifiziert, Saab aus der Liquiditätskrise und eröffnet weitergehende Chancen für die Zukunft des Autobauers.

– Pang Da ist der größte, private Autogroßhändler und Importeur in China. In 23 Provinzen mit über 1100 Händlern vertreibt Pang Da Audi, VW, Hundai, Infinity und ein breites Angebot lokaler Marken. Saab erhält Zugang zum größten Vertriebsnetz in China, eine einmalige Chance für einen eigentlich zu spät kommenden.

– Pang Da leistet Vorkasse in Höhe von 30 Millionen € für zu liefernde Saab Automobile, nach 30 Tage werden unter “gewissen Umständen” nochmals 15 Millionen € für weitere Saab Fahrzeuge überwiesen. Wir wissen nicht welche Klauseln für die weiteren 15 Millionen im Vertragsentwurf stehen, aber da es um den Import von Fahrzeugen geht und die Summe unter 100 Millionen € liegt braucht Pang Da, so die Ausage von Victor Muller, keine Genehmigung der Behörden. Ein Vertrauensbeweis von Pang Da, ein Nachweis für finanzielle Stärke und eine Art “Lebensversicherung” für Saab.

– Pang Da beteiligt sich für 65 Millionen € an Saab Mutter Spyker und stärkt die Eigenkapitalbasis der Schweden. Pang Da erhält 24 % an Spyker und vertieft damit die Zusammenarbeit auf langfristige Sicht. Dieses Geschäft braucht allerdings die Zustimmung von EIB, GM, Schuldenverwaltung, Regierung. Die mittelfristige Finanzierung ist damit gesichert.

– Saab und Pang Da gründen eine Vertriebsgesellschaft in China, die beiden Partnern zu 50 % gehört. Die Chancen dafür sind eher wage, hier wird die Zustimmung der NDRC benötigt. Eine ähnliche Partnerschaftsanfrage von Opel mit einem Hersteller aus China wurde kürzlich von der NDRC beerdigt.

– Saab und Pang Da gründen eine neue Automarke, ein Brand der nur für China vorgesehen ist. Diese Idee birgt jede Menge Chancen, so könnte Saab Ingenieursleistung für die neue Marke verkaufen.

– Saab und Pang Da suchen einen Partner zur Produktion in China um zukünftig Saab Produkte für China im Land zu fertigen. Die Suche hat jetzt erst begonnen, der Partner wurde noch nicht genannt.

Pang Da erscheint ein transparenterer Partner als Hawtai zu sein, wo das Know How nur auf zugekauften Lizenzen basierte. Allerdings ist Pang Da nur ein “Handelspartner” der kein industrielles Know How hat. Die Anlehnung von Saab an einen größeren industriellen Partner wäre wünschenswert gewesen, das ist aber auch schon die einzigste Einschränkung die wir sehen.

Sollten die Verträge so zum laufen kommen, dann hat Victor Muller sein Meisterstück geleistet und ein gutes Geschäft für beide Partner gemacht.

Text: tom@saabblog.net