Saab News: Doch noch eine schlechte Nachricht zum Wochenende

Saab Werk Trollhättan
Saab Werk Trollhättan

Seit fünf Wochen steht nun die Produktion und einige Lieferanten verlieren die Geduld mit dem Hersteller in Trollhättan. Waren es vor etwas mehr als einer Woche sieben Unternehmen die Vollstreckung beantragt haben, so sind es mittlerweile 14 Zulieferer die Vollstreckung wollen. Die Summe der Forderungen hat sich von 2,5 auf 7,9 Millionen Kronen erhöht. Der größte Gläubiger ist ein IT Unternehmen aus Göteborg mit dem Namen HiQ mit 3,3 Millionen Kronen.

Dazu passend erschien heute ein Statement von Saab Chef Einkäufer Kjell-Åke Eriksson in der lokalen Presse. Saab sei in einer Art Wartestellung und hofft auf ein Signal von Victor Muller. Man bezahlt Löhne, Steuern, Strom und so weiter, aber man zahlt nicht für “Bilmaterial”, soll meinen keine Lieferanten. “Unsere Lieferanten kennen uns” meint Kjell-Åke Eriksson. Ob das bei den Lieferanten gut ankommt ist die Frage.

Vermutlich selektiert Saab nach Lieferanten Priorität und hält wichtige Zuliefer und Partner mit Abschlagszahlungen bei Laune. IT Unternehmen gehören zu den “ersetzbaren” Lieferanten und stehen auf solchen Listen ganz hinten. Nicht die feine Art, aber eine Praxis bei vielen Unternehmen, nicht nur in Schweden. Denn zahlen könnte Saab die angemeldeten Forderungen ohne Probleme, hat man doch 30 Millionen € erst kürzlich von Gemini erhalten.

Text: tom@saabblog.net

2 Gedanken zu „Saab News: Doch noch eine schlechte Nachricht zum Wochenende

  • 13. Mai 2011 um 7:27 PM
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    Das versteh ich nun wirklich nicht. Da ist frisches Geld da, aber die Lieferanten werden nicht bezahlt, man lässt es auf Vollstreckungen ankommen. Was für eine Logik steckt denn dahinter? Und wie sieht das aus, gerade im Hinblick auf das Vertrauen in Saab?
    Es wäre doch besser die Aussenstände zu bezahlen und die Produktion wieder aufzunehmen. Dann würde sich auch leichter ein Partner finden lassen, als bei einem stillliegenden Betrieb. Außerdem müsste man nichts über das Knie brechen. Wenn man so ein Geschäft in 3 – 9 Tagen abwickelt, können doch gar nicht alle Probleme besprochen sein.

    • 13. Mai 2011 um 7:31 PM
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      Das Problem ist, dass die 30 Millionen € nicht reichen um die Verbindlichkeiten zu decken und alle Lieferanten zu bezahlen. 🙁 Also wartet man auf zusätzliche Liquidität um dann die Produktion zu starten.

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