Saab Situation: Quo vadis Saab ?

Saab Werk Trollhättan
Saab Werk Trollhättan

Die Nachrichten sind schlecht für Saab. Was nach dem Rückzug von Hawtai bleibt ist Ratlosigkeit. Selbst permanente Optimisten tun sich heute schwer etwas positives aus der Situation heraus zu lesen. Unabhängig davon ob Hawtai der richtige Partner war oder nicht, für Saab ist der Tag ein Desaster.

Der angekündigte Produktionstermin für nächste Woche ist obsolet. Christer Palmer, Chef der Fordonskomponentengruppen formulierte heute seine Meinung gegenüber der DI. “Wir erreichen eine Grenze wo alles droht den Bach herunter zu gehen” sagte er. Dem ist wenig hinzuzufügen.

Was jetzt hilfreich wäre ist eine schnelle EIB Entscheidung. Investor Antonov steht bereit mit dringend benötigten Geldern. Trommelt seit Wochen an die Saab Türe, bekommt aber keinen Zutritt. Unverständlich und verantwortungslos ist in dieser Situation das Verhalten der EIB. Aber die Wetten stehen schlecht auf die Möglichkeit dass sich die EIB bewegt.

Denn die Optionen von Victor Muller, auf dem jetzt ein riesiger Druck lastet, sind begrenzt. Great Wall, der optimale Partner für Saab, mit 800.000 produzierten Wagen ein Schwergewicht wurde bereits vor den Kopf gestoßen. BAIC wollte Saab komplett schlucken – wäre aber das Ende des Duos Muller – Antonov, fand bei den beiden keine Zustimmung.

Keinen schnellen Ausweg aus der Situation zu finden wäre das Ende des Standorts Trollhättan. Saab kann ohne Einnahmen keine Mitarbeiter auf Dauer bezahlen. Entlassungen von hochqualifizierten und immer loyalen Arbeitskräften wären die logische Folge. Die Verhandlungsposition des Autobauers wird jetzt jeden Tag schwächer. Denn die Chinesen sind interessiert an Saab, keine Frage. Saab ist das letzte “gute Label” auf dem Markt das man kaufen könnte. Was dabei ausblendet wird: Das Werk in der Stallbacka ist nur von sehr begrenztem Interesse, die Chinesischen Fabriken sind größer, moderner, die Arbeitskräfte günstiger, der Nachschub an frischen Ingenieuren größer als im kleinen Schweden.

Was wir brauchen ist ein Eingriff der schwedischen Regierung. Die Marke Saab ist zu wertvoll um als pures Label nach China zu gehen, die Arbeitsplätze und Entwicklungskapazitäten dürfen nicht jetzt, in einer Aufschwungphase, leichtfertig geopfert werden. Es wird Zeit, dass die wirtschaftsliberale Regierung in Stockholm Mut beweist, langfristig denkt und handelt und den Standort sichert. Arbeitsplätze in der Autoproduktion, sind sie einmal verloren, kommen nicht zurück. Zumindest nicht in die schwedische Provinz.

Die Amerikaner waren bereit GM unter Staatsobhut zu nehmen. Für die amerikanische Administration war es ein guter Deal. Warum also wirft die schwedische Regierung nicht ihre Dogmen über Bord, handelt und beendet das Drama in Trollhättan ? Sichert Arbeitsplätze und Know How und verkauft nach einiger Zeit die Anteile mit Gewinn an neue Aktionäre ?

Denn ein Saab ist nicht nur ein Auto. Ein Saab ist ein Stück skandinavischer Ingenieurskunst und skandinavischen Designs. Jeder Saab ist auch ein Botschafter Schwedens.

Handeln ist angesagt. Jetzt. Nicht irgendwann.

Text: tom/saabblog.net

5 Gedanken zu „Saab Situation: Quo vadis Saab ?

  • 12. Mai 2011 um 5:35 PM
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    Mh, ich habe meinen Griffin am 9.März bestellt. Überlege mittlerweile doch, vom Vertrag zurückzutreten. Einen Neuwagen ohne Garantiegeber brauch’ ich dann doch nicht.

    Hat jemand seine Bestellung gecancelt, bzw. ist vom Vertrag zurückgetreten?

  • 12. Mai 2011 um 8:54 PM
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    Ich hab meinen Griffin am 6. April bestellt, als noch von einer “leichten morgendlichen Erkältung” die Rede war.
    Jetzt liegt wohl eine “Lungenentzündung im Endstadium” vor.
    Bedauere meinen Saab-Händler. Der kriegt von der Firma keinerlei zuverlässigen Infos. Seine kenntnis bezieht er auch nur aus diesem Blog.
    Wäre schön, wenn es für Saab doch irgendwie weitergehen könnte. Aber da muss nicht nur ein neuer Partner her, sondern auch ein besseres Management.
    Ich wünsche Saab viel Glück auf seiner “Mission Impossible”!
    Wenn bis Ende nächster Woche keine felsenfeste Lösung da ist – also auch wirklich alle Genehmigungen tatsächlich vorliegen – wirds das gewesen sein. Solange hält och kein Vertragspartner die Stange. Es müsste zumindest irgendwie die Produktion wieder anlaufen, um allen zeigen zu können: He, Saab lebt noch!

  • 12. Mai 2011 um 8:58 PM
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    Ich habe im März einen 9-4x bestellt. Ich weiss nicht, ob Mexiko (wo der 9-4x produziert wird) auch vom Fertigungsstopp betroffen ist. Mein Händler hat keine Informationen darüber. Mal sehen, ob er im September wirklich ausgeliefert wird.

    Grüsse aus der Schweiz

    • 12. Mai 2011 um 9:51 PM
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      Der 9-4x wird nach unseren Informationen produziert und zumindest die US Auslieferung scheint sicher. Wie es im September aussieht – hoffen wir das beste. Auf jeden Fall ein tolles Auto bestellt !

  • 13. Mai 2011 um 5:08 PM
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    hab mir einen 9-5 am 8/4 bestellt

    zugesagte Lieferzeit 10 Wochen

    viel länger werde ich aber auch nicht warten,

    wenns bis dahin nicht läuft, ist es eh aus

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