Saab 9-5 Test Lausitz Echo: Charakteristisch im Design, stark im Anzug

Saab 9-5 im Test
Saab 9-5 im Test

Saab ist ein traditionelles und in seiner skandinavischen Heimat tief verwurzeltes Unternehmen – erst als Flugzeugbauer, seit 1947 auch als Automobilhersteller. Da schmerzte es schon, dass die Marke im vergangenen Jahr am Abgrund stand und nur im letzten Moment mit Hilfe des niederländischen Sportwagenbauers Spyker gerettet werden konnte. Heute, angesichts erneuter Zahlungsschwierigkeiten, bangt man wieder um den Fortbestand. Dabei haben die Skandinavier mit dem neuen 9-5 wieder ein tolles Fahrzeug entwickelt.

Die vom preisgekrönten Aero-X-Concept übernommene Fahrzeugfront sowie eine fließende, dynamisch wirkende Hecklinie prägen den äußeren Auftritt. Der Kühlergrill ist weit heruntergezogen und wird von den charakteristischen Ice-Block-Scheinwerfern begrenzt. Durch die dunklen A- und B-Säulen zieht sich das Fensterband fast wie aus einem Guss um das Fahrzeug. Unterhalb der flachen Heckklappe verbindet ein roter Lichtstreifen die Heckleuchten.

Das Fahrzeug ist gegenüber dem Vorgänger um 17 Zentimeter auf 5,01 Meter gewachsen – die größere Länge kommt vor allem allen Passagieren und deren Beinfreiheit zugute. Der Gepäckraum fasst 513 Liter – das sind rund 100 Liter mehr als beim Vorgänger. Allerdings ist die Rück-Sicht etwas eingeschränkt, so dass die ab der mittleren Ausstattung gegen Aufpreis erhältlichen Einparkhilfen sehr empfehlenswert sind. Neu gestaltet ist der Innenraum: So neigt sich die Mittelkonsole, die viel Stauraum sowie die entsprechenden Anschlüsse für tragbare elektronische Geräte bietet, bogenförmig in einem flachen Winkel zum Fahrer hin und geht in die Instrumententafel über.

Saab 9-5
Saab 9-5

Für Vortrieb sorgen ausschließlich Turbomotoren – nach der Philosophie von Saab sind es hoch effiziente Motoren mit relativ kleinen Hubräumen Für den Basispreis von 33 700 Euro bekommt man einen 1,6-Liter-Benziner mit 132 kW/180 PS. Weitere Benziner sind ein 2,0-Liter-Otto mit 162 kW/220 PS und ein gleich starker Motor, der auch Bioethanol nimmt, sowie das Spitzenaggregat – ein 221 kW/300 PS leistender 2,8-Liter-V6-Turbo mit einem maximalen Drehmoment von 400 Nm. Für Selbstzünder-Freunde sind zwei 2,0-Liter-Aggregate im Angebot, mit Leistungen von 118 kW/160 PS beziehungsweise 140 kW/190 PS – letzterer ebenfalls mit 400 Nm.

Auf Probefahrten mit dem zweitstärksten Turbobenziner und Allradantrieb überzeugte der Saab 9-5 durch Laufruhe und dynamische Fahrleistungen. Das maximale Drehmoment von 350 Nm erreicht der Motor bereits bei 2500 U/min. In 8,0 Sekunden geht es von Null auf Tempo 100, und die Spitze wird bei 230 km/h erreicht. Dafür benötigt der Motor auf 100 Kilometer 8,8 Liter Kraftstoff im Mittel – im Praxistest waren es rund zehn Liter.

Die direkte Lenkung und das leicht gängige Sechsgang-Getriebe funktionieren ohne Probleme, das präzise abgestimmte Fahrwerk ist bestens auf den stets leistungsbereiten Motor eingestellt und vermittelt einen guten Fahrbahnkontakt. Serienmäßig an Bord sind alle wichtigen Sicherheitsfeatures – ESP und aktive Kopfstützen eingeschlossen.

Zu den besonderen Features im 9-5 gehören ein Head-up-Display, adaptives Licht (Bi-Xenon Smart Beam), das adaptive DriveSense-Fahrwerk mit Echtzeit-Dämpferkontrolle, schlüsselloser Einstieg und Motorstart, die Dreizonen-Klimatisierung, ein dynamischer Parkpilot und das Allradantriebssystem Saab XWD mit elektronischem Sperrdifferenzial. Das XWD-System „erfühlt“ kontinuierlich den individuellen Fahrstil und den aktuellen Straßenzustand, um das Fahrverhalten aktiv zu beeinflussen. Zu spüren ist das durch einen spürbar guten Grip bei verschiedenen Straßenzuständen und einem agilen, stets sicheren Kurvenverhalten.

Quelle: Lausitz Echo

Bilder: Saab Automobile AB