Saab News Hong Kong: Chinesische Bedenken zum Saab Hawtai Deal

Saab Krise beendet - Zweifel an Hawtai ?
Saab Krise beendet - Zweifel an Hawtai ?

Gestern morgen gab es Bedenken in Schweden, gegen abend kamen dann Bedenken in China auf. Es ähnelt einem riesigen Mosaik, und jeden Tag kommt ein Stückchen mehr an die Öffentlichkeit. Der in Hong Kong Shenzhen beheimatete Fernsehsender Phoenix meldete gestern ernste Zweifel an der Partnerschaft an. Phoenix meinte dass “die etablierten Autohersteller nicht an Saab interessiert sind, Saab und Hawtai sind zwei Hersteller die beide in Schwierigkeiten sind, und sich gegenseitig brauchen. Welche Chancen hat so eine Partnerschaft ?”

“Hawtai hat keine Chancen zum Überleben, ohne diese Partnerschaft.” Phoenix geht nicht weiter auf die Schwierigkeiten von Hawtai ein. Vermutlich geht es um die geringen Produktionszahlen der Chinesen, denn laut Unterlagen von Hawtai die uns vorliegen, ist das Werk in der inneren Mongolei mit 500.000 Automobilen pro Jahr großzügig ausgelegt und damit gerade mal zu etwas mehr als 10% ausgelastet. Was bei allen Bedenken auch nicht beleuchtet wurde ist die finanzielle Situation der Chinesen die nach vielen Quellen sehr gut sein muß. So hat sich Hawtai im April mit fast 30 % bei der Bejing Bank, der zweitgrößten Bank der Haupstadt, für 3.5 Milliarden China Yuan Renminbi eingekauft, was 376 Millionen € entspricht.

Ein anderes Argument, das mehr Anlaß zur Sorge geben könnte ist die noch nicht vorliegende Zustimmung der NDRC, der sehr mächtigen Nationalen Entwicklungs und Reform Komission. Laut Phoenix warten seit langem Hersteller wie Changan Mazda, Mitsubishi und Guangzhou Automobile, Changan und PSA Peugeot Citroen und Volkswagen auf Werkserweiterungen in Nanhai und Jiangsu oder auf Erlaubnis zur Gründung weiterer Joint Ventures.

Warum, so fragt man sollte ausgerechnet Saab und Hawtai die Erlaubnis zur Produktion in der Volksrepublik und die Genehmigung zur Bildung eines Vertriebs-Joint-Ventures erhalten, wo Saab Fahrzeuge doch weniger fortschrittliche Technik haben als die Produkte der anderen Hersteller. Diese Einschätzung der Schweden hat uns dann, zugegeben, sehr geschmerzt.

Die Hürden zur Bildung von Joint Ventures in China im Automobilsektor sind höher gelegt worden, das ist richtig. Der Markt drohte teilweise zu überhitzen, nicht jeder der will bekommt ein Stück vom Kuchen ab. Auch die renommierte South China Morning Post und die Global Times haben Bedenken ob die Behörden das Geschäft genehmigen werden.

China News Motor Journalist Cheng Yuan sieht ebenfalls die neue Partnerschaft als schwierig an, sieht harte Zeite für Hawtai und meint daß es allein in den Sternen steht ob der Hersteller überlebt.

Sind die Bedenken gerechtfertigt ? Wir können das nicht beurteilen, wir können nur Informationen aufnehmen, abwägen und weitergeben. Es ist in China ein offenes Geheimis woher dass Vermögen der Unternehmensgruppe stammt, der Hawtai angehört. Lukrative Gewinne aus Bergbau und Rohstoffhandel werden diversifizert und in den Finanz- oder Automobilsektor investiert. Ist Hawtai finanziell so potent wie es scheint, genehmigen die Behörden in China und Europa die Firmenehe, dann könnten gute Zeiten für die Schweden anbrechen.

Text: admin/saabblog.net