Saab News in der Presse: Zweifel an Hawtai ?

Saab Trollhättan
Saab Trollhättan

Gestern ging der Bericht des schwedischen Botschafters in Peking durch die Presse in Schweden, natürlich haben Nachrichtenagenturen überall auf der Welt das Thema aufgenommen und weiter publiziert.

Die Nachrichtenagentur AFP  schreibt zu dem Thema:

Zweifel an Solidität des chinesischen Saab-Investors

Stockholm — In Schweden wachsen die Zweifel an der Solidität des chinesischen Unternehmens, das in den angeschlagenen Autobauer Saab investieren will. Die Hawtai Motor Group habe möglicherweise seine Produktionszahlen aufgebläht, warnte der schwedische Botschafter in Peking, Lars Freden, in einem Bericht an das Außenministerium, aus dem die Tageszeitung “Svenska Dagbladet” zitiert.

Hawtai hatte angegeben, im vergangenen Jahr 81.000 Autos produziert zu haben und erklärt, 200.000 pro Jahr herstellen zu können. Dem Zeitungsbericht zufolge liefen 2010 jedoch nur 60.000 Autos vom Band. Laut dem Blatt berichtete Botschafter Freden weiter, dass Hawtai erst seit etwa einem Jahr Autos der eigenen Marke produziere. Das Stammhaus sei auf Bergbau, Energie, Telekommunikation, Infrastruktur sowie auf den Bankensektor und Immobiliengeschäfte spezialisiert.

“Die Kapitalstärke ist eher dem Bergbau zuzuschreiben als der Automobilproduktion”, schrieb Freden laut “Svenska Dagbladet”. Zudem habe die Geschäftsführung bei Hawtai in den vergangenen acht Jahren sechs Mal gewechselt. Für die Wettbewerbsfähigkeit von Saab sei es wichtig, Integrität zu bewahren, mahnte der Botschafter demnach.

Saab-Sprecher Eric Geers sagte auf AFP-Anfrage, einige Medien hätten den Botschafterbericht “nicht ganz korrekt” wiedergegeben. Sowohl Hawtai als auch Saab seien von der Partnerschaft überzeugt, sagte Geers. Das chinesische Unternehmen hatte am Dienstag bekanntgegeben, im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit dem niederländischen Saab-Eigentümer Spyker 150 Millionen Euro investieren zu wollen.

Die Verkaufszahlen der Chinesen, so wurde mittlerweile bekannt, kamen nicht von Hawtai selber, sondern von einem öffentlichen Verband in China. Getreu dem Motto “Traue keiner Statistik die Du nich selber gefälscht hast” wurden so Erfolgsmeldungen der Volksrepublik geschönt. Glaubhaft ? Wir denken ja.

Was wir sonst über den Partner aus China erfahren haben. Das Entwicklungszentrum von Hawtai in Peking wurde erst dieses Jahr eröffnet, die Kompetenzen im Motoren und Getriebebau beruhen auf zugekauften Lizenzen von VM Motori und ZF.

Hawtai ist wirklich eine sehr junge Firma, die den Weg vom Lizenzbauer (Hyundai Lizenzen) zum Automobilhersteller mit großem Ehrgeiz und in einer enormen Geschwindigkeit geht. Hawtai verfügt über ein Vertriebsnetz, welches Saab einen sofortigen Zugang zum größten und dem am schnellsten wachsenden Automarkt der Welt ermöglicht. Neue und vor allem sichere Arbeitsplätze in Entwicklung und Fertigung sind für die Region Trollhättan denkbar.

Hawtai hat das Geld das Saab fehlt, Saab hat das Know How das Hawtai noch nicht hat. Von daher eine Partnerschaft die, wenn man fair und behutsam miteinander umgeht, für beide Seiten gewinnbringend sein kann. Beide Partner haben eine Chance verdient.

Wir stehen am Anfang eines langen Weges. Der Weg kann sehr interessant werden.

Text: admin/saabblog.net

2 Gedanken zu „Saab News in der Presse: Zweifel an Hawtai ?

  • 6. Mai 2011 um 11:46 AM
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    Nachdem klar ist, dass der Botschafter nur eine Vermutung!!!! ausgesprochen hat, geht diese Vermutung bereits um die Welt. Wer solche Botschafter hat, braucht keine Feinde mehr!

    • 6. Mai 2011 um 2:40 PM
      Permalink

      Aber echt, toller Botschafter, wenn er Helfen will dann soll er sich vorher wirklich schlau machen :-(.

      Der Supergau wäre aber wenn er Recht hätte, was ich aber nicht glaube und woanders hab ich gelesen das die Geschäftsführer nur versetzt wurden da der Konzern so Stark Expantiert, die sind alle noch im Konzern beschäftigt nur halt bei einer anderen Tochter :-).

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