Saab in der Motorpresse: Neuer Schwede – Saab 9-5 Kurztest

Das Wirtschaftsblatt aus Österreich hat die Saab 9-5 Limousine in der 2.0T Version mit Allradantrieb zur Probe gefahren und schreibt darüber:

Neuer Schwede!

Saab 9-5. Der neue “9-5er” macht rundum Freude – solange man nicht auf die Tankanzeige schaut.

Da steht er also, der neue 9-5er aus dem unter neuer Flagge (nämlich jener des niederländischen Sportwagenbauers Spyker) fahrenden Hause Saab. Und er ist ein echter Prachtkerl, ein Feschak. Unser Testfahrzeug war ganz in Schwarz gehalten, was in Verbindung mit getönten Scheiben besonders cool wirkte. Rein äußerlich gibt es also schon mal nichts auszusetzen. Sollte man meinen. Denn Hardcore-Fans der schwedischen Marke vermissen die traditionelle Eigenständigkeit im Design und sehen im neuen 9-5er einen Pseudo-Audi oder sonst was. Wir sagen, es gibt Schlimmeres als mit der deutschen Luxus-Marke verglichen, wenn auch nicht wirklich verwechselt zu werden.

Apropos: Vergleichen mit deutschem Premium-Niveau hält der Saab auch im Innenraum weitgehend stand. Der erfreut mit hoher Verarbeitungsqualität und durchwegs gediegenen Materialien, wobei Saab auch hier – von den typischen Lüftungs-Applikationen mal abgesehen – nicht mehr ganz so einzigartig daherkommt wie früher. Abzüge vergeben wir für die grüne Beleuchtung von Radio und teilweise auch Armaturen, die noch dazu sehr grell und der Dimmer offenbar defekt war.

Trinkfreudig

Ansonsten bescherte uns der neuerdings eben holländische Schwede, in dem noch ein amerikanisches Herz (sprich ein Motor des alten Eigentümers GM) schlägt, aber ein rundum gelungenes Fahrvergnügen. Satte Beschleunigung und hervorragende Fahreigenschaften machen wirklich Freude. Die vergeht einem allerdings beim Blick auf den Verbrauch, man kann der Tanknadel regelrecht beim Fallen zusehen. Im Testbetrieb sind wir kombiniert auf mehr als 13 Liter gekommen. Das ist heutzutage nicht mehr akzeptabel, und hier fährt Saab der deutschen Konkurrenz meilenweit hinterher.

Fährt Saab der deutschen Konkurrenz beim Verbrauch wirklich hinterher ? Ein vergleichbarer Audi A6 quattro ist im Normverbrauch mit 8 Litern angegeben, der Saab mit 9,9 Litern. Wobei wir wissen, dass die Normverbräuche erheblich geschönt sind und der reele Verbrauch des Audi bei 10.0 L/100 km liegen dürfte. Der Saab, sparsam bewegt, wird bei 11,0 – 12,0 l/km landen, was dem höheren Fahrzeuggewicht und der fehlenden Fahrstufe der 6-Gang Automatik im Vergleich zum 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe des Audi geschuldet ist.

Aber kann individuelle Fahrfreude diesen Mehrverbrauch aufwiegen ? Durchaus möglich, meinen wir. Denn ein Saab war schon immer eine individuelle Entscheidung.

Quelle: Wirtschaftsblatt

Text: admin/saabblog.net

Bild: Saab Automobile