Saab News Peking: Spekulationen über die Hawtai Motor Group

Hatwai Motor Group
Hatwai Motor Group

Der schwedische Botschafter in Peking hat nach Bekanntgabe der Zusammenarbeit der Hawtai Motor Group mit Saab einen internen Bericht über den neuen chinesischen Aktionär verfasst. Dieser Text, er wurde an das auswärtige Amt geschickt,  dürfte für gewaltigen Zündstoff sorgen und liegt nun dem Svenska Dagbladet vor.

Der schwedische Botschafter in Peking, Lars Freden hat bemerkenswerte Details über Hawtai herausgefunden. Er schreibt, was in unseren Ohren unglaublich klingt, daß die Chinesen erst seit einem Jahr eigene Autos herstellen. Obwohl das Unternehmen seit dem Jahr 2000 existiert, wurden bis vor einem Jahr nur Hyundai Lizenzen gebaut, diese Kooperation wird jetzt beendet. Mit anderen Worten, Hawtai ist ein wirklich sehr junges Unternehmen im Automobilbau.

Statt der verkündeten 200.000 Autos wurde letztes Jahr  nur 81.000 gebaut, so der Botschafter. Andere Quellen halten auch diese Zahl für übertrieben und gehen von maximal 60.000 produzierten Wagen aus. Hawtais CEOs wurden in den letzten 8 Jahren sechsmal ausgetauscht, was wenig für Kontinuität, sondern für ein “interessantes und turbulentes” Firmenleben spricht.

Hinter dem Autobauer steht ein gewisser Zhang Xiugen, ein Mitglied der Kommunistischen Partei Chinas. Dieser Xiugen ist Vorsitzender der Hengtong Gruppe, ein Konglomerat aus Banken, Telekommuniktion und Bergbau Firmen. Vor allem die Bergbau Firmen schein die Cash Cow des Konzerns zu sein, so der Bericht. Eine der ertragreichen Minen liegt in Ordos, der inneren Mongolei, wo – sicher kein Zufall eine der Automobilfabriken steht. In dieser Fabrik soll der Saab 9-3 Nachfolger ab 2013 vom Band  laufen.

Wurde in Schweden die Kooperation von Saab mit Hawtai positiv bewertet, sind die Reaktionen in der Volksrepublik eher negativ. Die Medien glauben an eine Show von Hawtai um sich einen gewissen Ruf zu erwerben. Offene Fragen sieht Botschafter Freden einige. So wurde das Geschäft sehr schnell in nur drei Tagen abgeschlossen.

Vertreter der mächtigen Nationalen Entwicklungs-und Reformkommission waren nicht zu sichten, auch nicht auf der Pressekonferenz. Die Entwicklungs und Reformkomission muss das Geschäft absegnen. Sorgen macht sich Botschafter Freden darüber, was auf lange Sicht mit Saabs Technologie passiert. Hawtai, so meint er, ist nur am Technologietransfer interessiert.

So ist das. War gestern der Tag überschwenglicher Freude, in einem anderen Blog tauchten sogar Herzen zum Hawtai Deal auf, so wird das heute der Tag der Skeptiker. Jede Wette.

Das Svenska Dagbladet ist keine spekulative Publikation in Schweden, der Bericht dürfte als die Tatsachen so wiedergeben wie sie wirklich sind.  Aber bleiben wir ruhig und warten wir ab. Wie auch immer, Keep on Saabing !

Text: admin/saabblog.net

Ein Gedanke zu „Saab News Peking: Spekulationen über die Hawtai Motor Group

  • 5. Mai 2011 um 3:45 PM
    Permalink

    es ist ja sicher nicht ungewöhnlich, dass ein firmenboss in china mitglied der kp ist.
    sicher wird hawtai diesen deal auch für eigene propaganda nutzen, warum auch nicht.

    die manager bei gm waren sicher keine mitglieder der kp – haben sie saab genutzt? ganz im gegenteil.

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