Saab News: Svenska Dagbladet Interview mit Victor Muller

Victor Muller, New York Autosshow, Bild: Daniel Kederstedt
Victor Muller, New York Autosshow, Bild: Daniel Kederstedt

Das Svenska Dagbladet hat sich in den letzten Wochen als faire Quelle in der Saab Krise herausgestellt und immer möglichst objektiv berichtet. Reporter Daniel Kederstedt traf den Saab Chef Victor Muller auf der New York Auto Show und hat ihn interviewt. Lesen Sie das Interview und entdecken Sie einen Victor Muller von einer ganz neuen Seite.

Kederstedt traf in New York einen anderen, unbekannten Victor Muller der bedrückt wirkte und dem man die Sorgen vom Gesicht ablesen konnte. Die meiste Zeit war Muller unsichtbar in einem kleinen Raum auf dem Messestand, meist mit dem Mobiltelefon am Ohr. Die Saab Umschuldung, der Einstieg neuer Gesellschafter, das Gezerre mit der EIB, die noch fehlende Zustimmung von GM, all das nimmt den Mann sichtbar mit. Und eines wird klar, Victor Muller ist frustriert.

„Wir müssen diese Situation beheben – und zwar schnell. Alle Anlagen sind gestoppt, Saab verliert jeden Tag Geld. Ich bin mehr in Sorge als jemals zuvor“ beginnt Victor Muller das Interview. Wann rechnen Sie mit der Zustimmung der EIB, so die Frage des Reporters. „Am Dienstag, spätestens Mittwoch muss die Zustimmung vorliegen. Es muss schnell gehen, den jeden Tag an dem wir keine Autos produzieren verlieren wir Geld.“

Wie besorgt ist Victor Muller die Zustimmung der EIB nicht zu bekommen ? „Ich bin immer besorgt, aber in diesem Fall mehr als üblich. Wir bekommen einfach keine Antwort von der Bank. Wenn wir dieses Problem gelöst haben, werden wir sicherstellen dass dies niemals wieder passieren kann. Die Situation als solche ist fast absurd. Die Bank (EIB) riskiert nichts, sie hat die AAA Sicherheit des Köngreichs Schweden. Es gibt keine bessere Bürgschaft als die des schwedischen Staates.

Was sagt er den Mitarbeitern zuhause in Schweden, wann können sie wieder an die Arbeit gehen ? „Wir haben täglichen Telefonkontakt mit Schweden so dass die Mitarbeiter bestmöglich über das Geschehen informiert sind. Ich verspreche 24 Stunden am Tag für die Lösung der Probleme zu arbeiten, mit der gleichen Leidenschaft wie im Februar 2010.

Während Saab um das Überleben kämpft, sagen immer wieder Quellen dass es Gespräche mit chinesischen Herstellern gibt. Es geht um Technologie Transfer und die mögliche Produktion in China. Muller will dazu konkret nichts sagen, räumt aber gegenüber dem Reporter ein dass es Fortschritte gibt.

„Wir suche einen potentiellen Partner seit mehreren Monaten. China bietet uns enorme Möglichkeiten. Saab ist ein attraktiver Junggeselle ,der eine ebenso attraktive Frau heiraten möchte, um attraktive Kinderin China zu zeugen. (Interessanter Vergleich) In Zukunft werden wir dann die Partnerschaft mit einem chinesischen Hersteller haben. Wichtig ist das wir diesen gut auswählen. Der richtige Partner muss verstehen wie Saab arbeitet und muss gleichzeitig den richtigen Draht zu den Behörden haben. Wenn Sie entscheiden in eine Partnerschaft einzusteigen muss alles funktionieren, denn China ist ein sehr kompliziertes Land in dem man viele Genehmigungen benötigt.“

Text/Übersetzung: svenkatom/saabblog.net

Quelle/Bild: Daniel Kederstedt