Saab Blog: Saab Hintergrund Gerüchte zum Rücktritt von Saab CEO Jan Åke Jonsson

Jan Åke Jonsson, der Steuermann geht
Jan Åke Jonsson, der Steuermann geht

Seit Freitag ist man im Unklaren über die wahren Hintergründe des, für viele überraschenden Rücktritts, von Jan Åke Jonsson. Überdenkt man den Rücktritt anhand der reinen Faktenlage, kommt man nicht weiter.

Die Jahreszahlen waren so gut oder schlecht wie zu erwarten, nur völlig an der Realität vorbeischwebende Zeitgenossen hätten andere Ergebnisse erhofft.

Die Produktpalette ist, für Saab Verhälnisse fitter und aktueller den je, der Saab 9-3 Griffin geht mit neuem Pepp in die letzte Runde, wichtige Produkte für 2011 und 2012 sind in der Pipeline. Der Messeauftritt in Genf war der Beste seit Präsentation des 900 Cabriolets vor über 20 Jahren auf der Frankfurter IAA, die Pressereaktionen sind freundlich bis überschwänglich.

Diese Fakten geben uns keinen Anlass zu einem Rücktritt der, so beschönigend man es aus Saab Kreisen hört, seit Oktober von langer Hand geplant sei. Auch der Zeitbedarf für Familie und Freunde, wie man betont, ist vielleicht ein Grund, nicht aber der Grund weshalb ein fitter, 59 jähriger Automann der Stockholm Marathon läuft, der mit dem Herzen dabei ist, hinwirft. Ein Mann, der vor der vielleicht größten Aufgabe seiner Karriere steht und der Saab mit viel Umsicht und Augenamaß durch schwierige Gewässer steuert.

Eine Publikation in Schweden bringt die Sache auf den Punkt. NyTeknik, kein Boulevardblatt, mehr für sachliche und zurückhaltende technische Information bekannt, sieht den wahren Rücktrittsgrund in der Person Vladimir Anotonov.

Über den russischen Investmentbanker haben wir schon ausführlich geschrieben. Und wenn Sie die Bilder kennen wie Antonov durch Schweden reist, der Banker im Spyker vorran, die Bodyguards im Range Rover am Auspuff hängend, dann sagt das viel über die Welten die hier aufeinandertreffen.

Ein ruhiger, zurückhaltender Schwede auf der einen Seite, ein extrovertierter 35 Jähriger Russe auf der anderen. Die Tatsache, dass Antonov sich immer mehr massiv in der Presse in Saab Dingen zu Wort meldete und immer heftiger in Richtung Teilhaberschaft drängt machte die Sache nicht besser.

Vladimir Antonov hat momentan viel Cash frei durch seinen Verkauf der Invest Bank Anteile der letzten Tage. Ober er wie angekündigt sich mit 29,90 Prozent an Saab begnügen wird oder mehr als die magischen 30,00 % übernehmen will, damit Saab Automobile de Fakto zu seinem Eigentum macht, wir werden sehen. Auf jeden Fall wird er jetzt schnellsten die EIB und die schwedische Reichsschuldenverwaltung von seinem Saab Einstiegsplänen begeistern wollen.

Vergessen wir nicht: Victor Muller ist völlig abhänging von Antonov. Schon von Anfang an war dieser der Finanzier hinter Victor Muller, und die letzten Transaktionen über die Dagens Industri berichtet hat bestätigen dies nochmals.

Jan Åke Jonsson ist das ganze zuviel geworden. Ihm war klar, dass Antonov über kurz oder lang eine aktive Rolle bei Saab spielen wird. Wahrscheinlich war er irgendwann die Querelen und Querschüsse leid. Der glückliche Eindruck Jonssons am Freitag nach dem Rücktritt, der das Wegnehmen einer großen Last sysmbolisiert haben wird, resultiert wohl aus dieser seit Monaten dauernden Situation.

Denn Jonsson wollte eigentlich nur das eine: In Ruhe Saab nach vorne bringen.

So wie die NyTeknik denken vermutlich viele Analysten und Saab Beobachter in Schweden. Wir schließen uns an.

Jan Åke Jonsson: Saab hat Ihnen viel, vermutlich alles zu verdanken, auch wenn wir Ihren Abschied übereilt fanden, alles Gute für Sie !

Text: Svenskatom/saabblog.net

Foto: Saab Automobile AB